Electronic Arts: War das die Trendwende?
DER AKTIONÄR hat Electronic Arts Mitte Mai unter die Lupe genommen und einen Put auf den Gameentwickler empfohlen. Zu schlecht schienen damals die Aussichten. Am Freitag ist die Aktie nun angesprungen und hat deutlich über der 12-Dollar-Marke geschlossen. Anleger sollten reagieren.
Die Aktie von Electronic Arts (EA) schloss am Freitag bei 12,35 Dollar rund 3,9 Prozent fester. Der vom AKTIONÄR favorisierte Put (WKN CT4 19D) büßte analog 13,8 Prozent auf 0,25 Euro ein. Das Plus seit der Empfehlung verringert sich damit auf 19 Prozent. Sollten Anleger die Position glattstellen und den Restgewinn mitnehmen?
Düstere Aussichten
Tatsächlich hat sich an den Aussichten für den weltweit größten Entwickler von Sport-Games nichts geändert. Der seit November 2011 gültige Abwärtstrend, in dessen Verlauf EA mehr als die Hälfte des Wertes eingebüßt hat, bleibt auch nach dem Anstieg intakt.
Die fundamentale Bewertung mit KGV 12 auf Basis der für das laufende Geschäftsjahr erwarteten Gewinne erscheint moderat. Allerdings steht hinter den Prognosen ein dickes Fragezeichen. Während ein Teil der Analysten EA einen Gewinn von bis zu 1,20 Dollar je Anteilsschein zutraut, gehen weniger optimistische Experten von einem Wert von höchstens 0,65 Dollar aus.
Die Skepsis ist durchaus angebracht. EA erzielt mehr als 35 Prozent seiner Umsätze in Europa. Die anhaltende Krise in vielen EU-Staaten könnte die Ergebnisse für das laufende Geschäftsjahr verhageln.
Unklar ist zudem, wie sich das Online-Rollenspiel Star Wars: The Old Republic entwickelt hat. Zuletzt war die Zahl der (zahlenden) Nutzer auf 1,3 Millionen (von 1,7 Millionen) gesunken. Eine Trendwende zeichnet sich nicht ab.
Electronic Arts ist bislang den Beweis schuldig geblieben, dass der Konzern im schnell wachsenden Mobile-Segment und bei Social-Games eine führende Rolle spielen kann. Nur etwa ein Drittel der Erlöse stammen aus dieser extrem wettbewerbsintensiven Sparte. Gleichzeitig fehlen Impulse aus dem klassischen Konsolengeschäft.
DER AKTIONÄR favorisiert trotz des Kursanstiegs vom Freitag weiter die Short-Seite. Das operative Geschäft bei EA läuft schleppend und daran wird sich so schnell nichts ändern. Charttechnisch stehen die Zeichen weiter auf Verlust.
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