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Der Lehman-Vizechef weint heute, Teil II

Werner Sperber

Die Opfer der Lehman-Pleite, wie auch alle anderen Anleger, brauchen Tipps, welche hier nachzulesen sind, um sich vor Schaden zu schützen. Zumindest aber brauchen sie Rat, um den Schaden möglichst gering zu halten.

Die Opfer der Lehman-Pleite, wie auch alle anderen Anleger, brauchen Tipps, welche hier nachzulesen sind, um sich vor Schaden zu schützen. Zumindest aber brauchen sie Rat, um den Schaden möglichst gering zu halten.

Angesichts der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers hat die Deutsche Bundesregierung neue Gesetze beschlossen, die am 1. Januar 2010 in Kraft treten. Danach müssen Bankberater ihren Kunden bei jeder Beratung ein Protokoll anfertigen und aushändigen. Außerdem wurde die Verjährungsfrist für Schadenersatzansprüche von drei auf zehn Jahre verlängert. Wolfgang Schuldzinski von der Verbraucherzentrale NRW mahnt im Gespräch mit WDR.de jedoch, sich nicht zu viel von den neuen Regelungen zu versprechen, denn: „Der Kunde muss beweisen, dass er falsch beraten wurde.“ Nach einem Gespräch mit der Bank kann sich der Anleger an eine sogenannte Schlichtungsstelle wenden. Wenn auch das nichts bringt, besteht die Möglichkeit, die Bank wegen Beratungsfehlern zu verklagen. In jüngster Zeit haben einige Gerichte zu Gunsten der Verbraucher entschieden.

Neben dem Weg der Klage können Lehman-Opfer versuchen, ihre Ansprüche auch beim Insolvenzverfahren der Muttergesellschaft von Lehman-Brothers in den USA durchzusetzen. Wichtig ist es, die jeweiligen Stichtagsregeln zu beachten. Für einige Lehman-Zertifikate müssen die Anleger ihre Forderungen in den USA schon bis zum 22. September 2009 angemeldet haben. Marco Cabras, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), sagt jedoch: „Die Wertpapiere der deutschen Anleger fallen aber aller Voraussicht nach unter einen anderen Stichtag: den 2. November 2009.“ Für welche Zertifikate welche Frist gilt, ist in einer Liste namens Lehman Programs Securities nachzulesen. Die Liste kann auch auf dem Internetportal der Vebraucherzentrale Nordrhein-Westfalen eingesehen werden. Marco Cabras erwartet, dass Anleger auf diesem Wege etwa 20 Prozent ihrs Einsatzes zurückbekommen könnten.

Profit aus der Krise

Die Europäische Zentralbank hat mit ihren Liquiditätshilfen nach der Lehman-Pleite hohe Gewinne erwirtschaftet, wobei Experten den Sondergewinn auf insgesamt rund 900 Millionen Euro beziffern. Allerdings stehen dem noch drohende erhebliche Verluste gegenüber, weil manche Banken Forderungen nicht bedienen.

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