Michael Herrmann
Der Durst nach den Getränken von Coca-Cola ist ungebrochen groß. Der US-Getränkeriese steigerte Umsatz und Gewinn im ersten Quartal deutlich. Analysten sind dennoch enttäuscht. Bleibt die Aktie ein erfrischendes Investment oder droht der Kurs-Kater?
Die Rezeptur von Coca-Cola gilt als eines der bestgehüteten Geheimnisse der Welt. Alles andere als Geheim ist dagegen die Geschäftsentwicklung des Getränkeriesen. Im ersten Quartal 2011 sprudelten die Umsätze- und der Gewinn der Amerikaner. Der Umsatz stieg um 40 Prozent auf 10,5 Milliarden Dollar. Der Getränkeriese verdiente dabei 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Unterm Strich blieben 1,9 Milliarden Dollar übrig.
Leicht verfehlte Erwartungen
Der gewaltige Umsatzsprung wurde begünstigt durch den Zukauf des größten nordamerikanischen Coca-Cola-Abfüllbetriebs CCE. Das Vorsteuerergebnis je Aktie war mit 0,86 Dollar um einen Cent niedriger als Konsensschätzungen der Analysten. Auch beim Umsatz verfehlte Coca-Cola die Analystenerwartungen leicht. Im Vorfeld hatten sie mit etwas mehr als 1,5 Milliarden Dollar gerechnet. UBS-Analyst Kaumil Gajrawala zeigt sich auch deshalb leicht von den Zahlen, da Coca-Cola die Erwartungen in den letzten Jahren konstant überboten hatte.
Wachstumsmärkte
Das weltweit verkaufte Getränkevolumen stieg um sechs Prozent. Während Europa und Nordamerika mit ein beziehungsweise zwei Prozent Wachstum gesättigt scheinen, wächst Coca-Cola in Lateinamerika, Afrika und Asien rasant um fünf bis sieben Prozent. Dass sich der Konzern von Krisen kaum beeinflussen lässt, zeigt die Entwicklung im Nahen Osten, wo der US-Getränkekonzern die Verkäufe um neun Prozent steigerte. In Deutschland stieg der Ausstoß von Coca-Cola, Fanta, Sprite und Co um vier Prozent.

Mittel- bis langfristiges Investment
Auch wenn Coca-Cola die Analystenerwartungen im ersten Quartal leicht verfehlt hat, geht der Wachstumskurs unvermindert weiter. Die CCE-Übernahme macht sich bereits jetzt bemerkbar. Trotz der bereits starken Markstellung sind die Ziele des Getränkeriesen ambitioniert. Im Herbst 2010 gab der Konzern bekannt, dass der Getränkabsatz bis 2020 verdoppelt werden soll. Dieses Ziel verdeutlicht, dass die Aktie vor allem für mittel- bis langfristig orientierte Anleger geeignet ist. Diese bleiben am Ball und sichern die Position mit einem bei 37,50 Euro ab.