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Citigroup schluckt angeschlagene Wachovia

Leon Müller

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Die Citigroup übernimmt das Bankgeschäft von Wachovia. Durch eine 2006 vollzogene Akquisition hat sich das Geldinstitut sein eigenes Grab geschaufelt. Damit fordert die Finanzkrise ein weiteres Opfer. Unterstützung erfährt die Citigroup vom Staat.

Die Citigroup übernimmt das Bankgeschäft von Wachovia. Durch eine 2006 vollzogene Akquisition hat sich das Geldinstitut sein eigenes Grab geschaufelt. Damit fordert die Finanzkrise ein weiteres Opfer. Unterstützung erfährt die Citigroup vom Staat.

Die Bankenlandschaft kommt trotz des 700 Milliarden Dollar schweren Rettungsplans der US-Regierung nicht zur Ruhe. Mit Wachovia hat sie ein weiteres prominentes Opfer gefunden. Das angeschlagene Geldinstitut veräußert sein Bankgeschäft an die Citigroup. Nach Angaben der staatlichen US-Einlagensicherung FDIC erwirbt die Citigroup Vermögenswerte, Verpflichtungen sowie Verluste von Wachovia in Höhe von bis zu 42 Milliarden Dollar. Der Gesamtbestand an Krediten bei Wachovia beläuft sich auf 312 Milliarden Dollar. Diejenigen Verluste, die von der Citigroup nicht übernommen werden, sollen von dem Fonds selbst aufgefangen werden. Im Gegenzug erhält die FDIC Vorzugsaktien der Citigroup im Volumen von 12 Milliarden Dollar.

Wachovia-Anteilsscheine nahezu wertlos

Die Aktien der viertgrößten Bank der Vereinigten Staaten setzen ihre Talfahrt weiter fort. Nachdem die Papiere am Freitag bereits 42 Prozent ihres Wertes eingebüßt haben, stürzen sie am Montag um weitere 90 Prozent ab. Noch vor wenigen Wochen zeigte Wachovia Interesse an einem Einstieg bei der Investmentbank Morgan Stanley. Kurz darauf musste sie sich selbst auf die Suche nach einem Retter machen. Rückblickend hat sich das Institut vor zwei Jahren sein eigenes Grab geschaufelt, indem es auf der Höhe des Immobilienbooms die Hypothekenbank Golden West Financial für 25 Milliarden Dollar übernahm. Darin enthalten war auch ein 122 Milliarden Dollar schweres Portfolio inzwischen fauler Kredite.

Märkte kommen nicht zur Ruhe

Die Finanzmärkte kommen angesichts immer neuer Hiobsbotschaften nicht zur Ruhe. Nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers in der Nacht vom 14. auf den 15. September hat sich die Krise in den zurückliegenden Wochen deutlich zugespitzt. Wachovia dürfte dabei nur ein weiteres Opfer sein, dem noch weitere folgen werden. Die Aktionäre der Citigroup können angesichts der Kursentwicklung wenig mit der nun erfolgten Übernahme anfangen. Das Papier verliert in einem schwachen Marktumfeld, wenn auch unterdurchschnittlich.

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