Frank Phillipps

Cell Therapeutics gehört zu den Gewinnern des ASCO-Meetings. Die Aktie setzt ihre beeindruckende Aufwärtsbewegung fort. Doch wie lange kann die Rallye noch weiter gehen?
Cell Therapeutics gehört zu den Gewinnern des ASCO-Meetings. Die Aktie setzt ihre beeindruckende Aufwärtsbewegung fort. Doch wie lange kann die Rallye noch weiter gehen?
Es war von vornherein klar: Das ASCO-Meeting 2009 wird eine Bühne für die kleinen Biotech-Unternehmen, die sonst nur die wenigsten Anleger auf der Liste haben. Geht man rein von der Perfomance aus, hat Cell Therapeutics (CTI) seine Chance, sich einem größeren Publikum zu präsentieren, durchaus genutzt. Am gestrigen Montag ging die Aktie mit einem Kursplus von fast 50 Prozent aus dem Handel. Seit der Empfehlung im AKTIONÄR steht damit mittlerweile ein Plus von über 380 Prozent zu Buche. Doch wie lange kann diese Rallye noch weitergehen?
Milliardengrenze geknackt
Zumindest von dem Gedanken, CTI gemessen am Börsenwert als Small Cap zu betrachten, kann man sich mittlerweile getrost verabschieden. Denn das Unternehmen, das zur Finanzierung seiner Entwicklungsprojekte in den letzten Jahren immer wieder neue Aktien ausgegeben hatte, hat nach dem jüngsten Kursanstieg eine Marktkapitalisierung von rund einer Milliarde Dollar erreicht. Und das, obwohl CTI kaum noch Geld in der Kasse und noch kein Medikament auf dem Markt hat.
Experten uneins
Zumindest Letzteres soll sich bis Ende des Jahres erledigt haben. Noch in diesem Monat will CTI die letzten Daten, die für den Zulassungsantrag des Krebsmedikamentes Pixantrone noch fehlen, bei der US-Gesundheitsbehörde FDA einreichen. Da CTI eine Vorzugsbehandlung garantiert wurde, fällt die Entscheidung binnen sechs Monaten, also noch vor Jahresfrist.
Über die Perspektiven für Pixantrone, das gegen Blutkrebs eingesetzt werden soll, sind die Experten indes uneins. Während die einen von einer raschen FDA-Zulassung und Spitzenumsätzen von mehr als 600 Millionen Dollar pro Jahr ausgehen, zweifeln die anderen, dass auf Basis der vorgelegten Daten überhaupt eine Zulassung erfolgt. Und wenn, dann gehen die Zweifler von Spitzenumsätzen von nicht mehr als 50 Millionen Dollar aus.
Behörde unberechenbar
Die Entscheidung der FDA in diesem Fall zu prognostizieren, ist schwierig. Schließlich entpuppte sich die Behörde zuletzt als unberechenbar, wie das Beispiel Vanda belegt. Dessen Schizophrenie-Medikament hatte die FDA eigentlich schon abgelehnt und neue Studien gefordert. Dies wiederum hatte Vanda abgelehnt und den alten Zulassungsantrag lediglich um einige Daten ergänzt. Im zweiten Anlauf erhielt das Biotech-Unternehmen völlig überraschend die Zulassung. Aktionäre erzielten einen unverhofften Gewinn von sagenhaften 1.000 Prozent an einem Tag.
Luft wird dünn
Auf eine solche Kursexplosion können Anleger bei CTI nach der Rallye der letzten Monate nicht mehr hoffen. Im Gegenteil, bei einem Börsenwert von inzwischen einer Milliarde Dollar und kaum noch Cash-Reserven wird die Luft zunehmend dünn. Gut mögliche, dass die Achterbahnfahrt demnächst Fahrt in Richtung Süden aufnimmt. Anleger sind daher gut beraten, den größeren Teil ihrer Gewinne zu realisieren. Mit einer kleinen Position kann auf eine Fortsetzung der Rallye spekuliert werden.