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Bank of America: Risiken bewusst verschleiert?

Michael Herrmann

Neue Negativschlagzeilen aus der Bankenwelt. Der aktuelle Vorwurf: Fehlerhafte Bilanzierung. Die Bank of America hat zugegeben in den Jahren 2007 bis 2009 ihre Risiken durch die fehlerhafte Buchung mehrerer Geschäfte verschleiert zu haben.

Insgesamt tauchten in dieser Zeit zwischen vier und mehr als zehn Milliarden Dollar jährlich an falscher Stelle in den Bilanzen der amerikanischen Großbank auf. Dem Privatanleger mag dieser Betrag enorm groß vorkommen. Betrachtet man die Bilanzsumme der Bank of America von mehr als 2,2 Billionen Dollar relativiert sich dieser Eindruck allerdings deutlich. Von der fehlerhaften Bilanzierung betroffen sind sogenannte Repo-Geschäfte, die von der Bank of America als Verkäufe statt richtigerweise als Schulden in der Bilanz verbucht wurden, wodurch die eigenen Schulden gedrückt wurden. Besonders brisant hieran ist die Tatsache, dass die Investmentbank Lehman Brothers vor ihrem spektakulären Zusammenbruch im Jahr 2008 durch ähnliche Geschäfte ihren wahren Zustand lange Zeit verschleiert hatte.

Strengere Kontrollen angekündigt

Die Bank of America weist allerdings darauf hin, dass die Fehler im eigentlichen Sinne keine Auswirkung auf die Bilanzen oder die Gewinne des Unternehms hatten und es vor allem keine absichtlichen Bilanzmanipulationen waren. Außerdem sollen zukünftig massivere und strengere Kontrollen vorgenommen werden. Den neuen Quartalsbericht, den die Bank of America am Freitag präsentieren wird, werden die Anleger dennoch wohl sehr genau begutachten.

Aktie bleibt ein Kauf                                                                    

DER AKTIONÄR hält an seiner Einschätzung zum Papier der Bank of America fest: Aufgrund des immensen Aufholpotenzials und der langfristigen Ertragsstärke bleiben die Anteilscheine der Bank of America weiterhin sehr attraktiv. Das Kursziel beträgt 18,00 Euro, der Stoppkurs sollte bei 10,40 Euro belassen werden.

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