Sascha Grundmann
Selbst ein Orakel ist vor der Krise nicht sicher: Warren Buffett, Börsenguru und Multimilliardär, hat mit seiner legendären Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway im jüngsten Quartal einen Gewinnrückgang von knapp einem Viertel hinnehmen müssen. Dabei gingen vor allem einige Spekulationen daneben.
Vor allem aufgrund von fehlgeschlagenen Spekulationen, die er mit Derivaten umsetzte, hat Warren Buffett mit seiner Investmentholding Berkshire Hathaway im dritten Quartal einen Gewinnrückgang gegenüber dem Vorjahr um 24 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar hinnehmen müssen. Die Fehlspekulationen waren dabei für einen Verlust von 1,5 Milliarden Dollar verantwortlich.
Gutes Kerngeschäft
Es gab aber auch Lichtblicke in den Quartalszahlen des "Orakels von Omaha". So fiel das Ergebnis immer noch besser aus, als von den Analysten der Wall Street erwartet worden war. Zudem gestaltete sich das Geschäft mit den Tochterfirmen von Berkshire Hathaway erfreulich; mit ihnen verdiente die Holding 3,8 Milliarden Dollar und damit 37 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.
Drittreichster Mann der Welt
Hungern wird Buffett nach dem Gewinnrückgang im jüngsten Quartal übrigens nicht: Die US-Zeitschrift Forbes taxierte Buffetts Vermögen zuletzt auf rund 50 Milliarden Dollar - damit ist er der drittreichste Mann der Welt. Reicher sind nur Microsoft-Grüner Bill Gates und Telekom-Tycoon Carlos Slim Helu.
Gefährliche Waffen
Die jüngsten Zahlen zeigen, dass Buffett sein Kerngeschäft mit Beteiligungen nach wie vor versteht. Und damit, dass er ausgerechnet mit spekulativen Derivaten viel Geld verliert, bestätigt er sich zynischerweise selber: Buffett hatte Derivate vor nicht allzu langer Zeit als "Massenvernichtungswaffen" bezeichnet.
Das Papier von Berkshire Hathaway befindet sich derweil wieder auf Erholungskurs. Für konservative und langfristig orientierte Anleger ist die Aktie ein Basisinvestment.
