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Apple-Poker: Was spielt Einhorn wirklich?

Florian Söllner

Ist es ein gutes oder schlechtes Zeichen, dass Star-Fondsmanager David Einhorn an die Apple-Kasse will? Ist Einhorn weiterhin vom langfristigen Erfolg der Apple-Aktie überzeugt oder ist die PR-Offensive nur ein "Bluff"?

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"Wenn sich die Situation richtig anfühlt, setze ich alles auf eine Karte, auch wenn meine Hand nur mittelmäßig ist. Um in einem Poker-Turnier Erfolg zu haben, muss man manchmal Leute mit der besseren Hand dazu bringen, aufzugeben. Ich denke, wir investieren ähnlich". Hedgefonds-Ass und Hobby-Pokerspieler David Einhorn versteht es blendend, trotz mieser Karten ein Spiel noch herumzureißen - notfalls mit einem Bluff.

Auch bei Apple stellt sich derzeit nicht nur David Einhorn die Frage: Was ist mein Blatt beziehungsweise die Aktie wirklich wert? Im vierten Quartal 2012 war Einhorn offensichtlich von dessen Stärke überzeugt und hatte die Position noch aufgestockt. Er hielt zuletzt 1,3 Millionen Anteilscheine und darüber hinaus 275.000 Call-Optionen auf Apple.

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Apple-Aktion

Nachdem Apple seit dem Jahreswechsel über 20 Prozent gefallen war, wurde Einhorn nun jedoch aktiv. Er geht in die Offensive: Er fordert über die Einführung von Vorzugsaktien die schrittweise Ausschüttung der Liquidität von 137 Milliarden Dollar. An sich eine gute Idee: Der Vorstoß lenkt von dem zuletzt für viele Analysten überraschend schwachen Ausblick von Apple ab. Zudem könnte ein für mehrere Jahre fixierter Dividenenstrom etwaige Schwankungen im operativen Geschäft (und der Aktie) abmildern.

Doch wieso versucht Einhorn gerade jetzt den Cash-Boost zu zünden? Reicht ihm die Fantasie im operativen Geschäft nicht mehr aus? In Interviews sagte er zuletzt, dass sich die Wachstumsraten von Apple künftig normalisieren dürften. Auffällig: Er stimmte zwar Begeisterungsstürme auf die "Company" Apple an, gab sich aber hinsichtlich der Aktie selbst bedeckter.

Ewige Apple-Treue?

Zu glauben, man könnte Einhorns Gedanken lesen, kann - zahlreiche unterlegene Pokerspieler können ein Lied davon singen - ins Auge gehen. Klar ist, Einhorn ist a) stets frühzeitig über Veränderungen in Unternehmen informiert (seine Mitarbeiter befragen tausende Kunden von Portfoliofirmen wie "in" deren Produkte noch sind) und ist b) flexibel darin, sich auch wieder von Positionen zu verabschieden. Als etwa nach seinen kritischen Nachfragen die Aktie von Herbalife abstürzte, deckte er überraschend schnell wieder seine Short-Position ein. Kollege Gradante über Einhorn: "Wie ein Tier im Urwald rechtzeitig eine Gefahr spürt, weiß er wenn für eine Aktie die Stunde geschlagen hat".

Letztlich kann über die Motive Einhorns nur spekuliert werden. Fakt ist: Meist liegt der Hedge-Fonds-Manager richtig, in den letzten Jahrzehnten hat sein Fonds eine durchschnittliche Jahresperformance von 20 Prozent erzielt. Ob das so bleibt, hängt dieses Jahr maßgeblich von seiner zuletzt größten Long-Position Apple ab. Egal wie das Spiel ausgeht, es bleibt sehr spannend. Mit großem Interesse dürfte auch die Bekanntgabe der Größe seiner Apple-Position im ersten Quartal 2013 verfolgt werden. Hat er weiter zugekauft? Oder überraschend den Rebound zum Ausstieg genutzt?

Mehr über die Klage und über David Einhorn, den Hedegefondsmanager und Pokerspieler, der Apple verklagt, lesen Sie in der neuen Ausgabe des AKTONÄR.

Kurzfrist-Rallye

DER AKTIONÄR hatte Anfang Februar Zockern geraten, mit engem Stopp (!!) auf einen kurzen Rebound der Apple-Aktie zu setzen. Langfristanleger bleiben der Aktie jedoch weiterhin fern beziehungsweise in der verbliebenen Position des empfohlenen Puts engagiert. Die komplette Einschätzung lesen Sie hier ("Apple: Das Ende eines Märchens?").

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