Sascha Grundmann
Die Aktie von Apple hat in den vergangenen zwei Handelstagen eine ungewohnte Schwäche gezeigt. Der Kursrückgang vom Mittwoch ist dabei noch auf den labilen Gesamtmarkt zurückzuführen. Am Donnerstag legten aber sowohl Dow Jones als auch Nasdaq wieder zu, Apple hingegen gab um 2,5 Prozent ab. Was ist los bei der Aktie des Technologieriesen?
In der Regel sind die Gerüchte, die es um Apple und seine Produkte gibt, gut für den Aktienkurs des Technologiekonzerns. Wenn etwa in der Vergangenheit ein Blog über den möglichen Verkaufsstart eines neues iPhones oder iPads berichtete, zog die Notierung im Anschluss nicht selten an. Diesmal ist es etwas anders - diesmal sorgen Gerüchte für Unsicherheit und damit für einen fallenden Aktienkurs. So gab die Apple-Aktie am Donnerstag in einem an und für sich soliden Gesamtmarkt, in dem Dow Jones und Nasdaq zulegen konnten, um zweieinhalb Prozent nach.
Nachfrageschwäche?
Auslöser für die Spekulationen, die auf den Apple-Kurs drückten, ist ein Artikel des taiwanesischen Portal Digitimes, wonach Apple Bestellungen bei einigen seiner Zulieferer um ein Quartal nach hinten verschoben habe, von Q4 dieses auf Q1 des nächsten Jahres. Von dieser Meldung schlossen einige Börsianer offenbar prompt darauf, dass die Nachfrage etwa nach dem iPhone 4S trotz dessen starken Verkaufsstarts und der jüngsten Erfolgsmeldungen aus Hongkong deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibe. Und auf kaum etwas reagieren Apple-Anleger nervöser als auf eine Nachfrageschwäche. Vor allem, seitdem sie von den enttäuschenden jüngsten Apple-Quartalszahlen sensibilisiert worden sind.
Eine andere Erklärung
Eric Savitz vom US-Magazin Forbes scheint allerdings eine andere Erklärung für Apples Änderungen bei den Zulieferbestellungen zu haben. Zumindest zitiert er einige Analysten, die ihre eigenen Theorien haben. Eine interessante komme von Citigroup-Analyst Richard Gardner. Dieser weise darauf hin, dass Apple mit seiner Maßnahme nur darauf reagiere, dass der Konzern aufgrund der Flutkatastrophe in Thailand zu wenig Leiterplatten von den dort ansässigen Produzenten geliefert bekomme. Die ursprünglich für das vierte Quartal bestellten Teile andere Zulieferer würden demnach nicht verbaut werden können. Gardner weise zudem darauf hin, dass im schlimmsten Fall der Apple-Auftragsfertiger Hon Hai 30 Millionen iPhones im letzten Quartal des Jahres ausliefern könnte. Vor diesem Hintergrund bestätige Gardner auch sein früheres Kursziel von 500 Dollar für die Apple-Aktie.
Kein Anlass zur Beunruhigung
Diese mögliche Erklärung, bei der von einem Nachfrageschwund gar keine Rede ist, könnte den Aktienkurs von Apple auch schnell wieder beruhigen. Für einen Verkauf des Papiers sieht DER AKTIONÄR jedenfalls derzeit keinen Anlass. Wer sich mit einem Stoppkurs von umgerechnet 225 Euro abgesichert hat, sollte dabeibleiben.
