AOL: Gerüchteküche brodelt (mal wieder)
Der US-Medienkonzern AOL will seine beiden Tech-Blogs Engadget und TechCrunch los werden - am Besten zusammen und für 70 bis 100 Millionen Dollar. Das jüngste Gerücht um den möglichen Verkauf von AOL-Töchtern treibt den Aktienkurs zur Wochenmitte weiter an.
Die AOL-Aktie startet am Mittwoch rund 2,5 Pozent fester in den US-Handel, nachdem der Titel des einstiegen Internet-Highflyers seit September 2011 etwa 150 Prozent im Wert zugelegt hat. Anleger reagieren auf aktuelle Gerüchte, wonach AOL den Verkauf seiner Erfolgsblogs plant. Zuvor hieß es bereits, der Medienkonzern wolle sich von der Internetzeitung The Huffington Post trennen.
Viel Rauch um Nichts?
Verantwortlich für das jüngste Gerücht ist der US-Blog Pandodaily, der sich in seiner Story auf zwei voneinander unabhängige Quellen beruft. Demnach fordert AOL für sein populäres Blog-Duo Engadget und TechCrunch mindestens 70 Millionen Dollar. Bei diesem Verkaufspreis würde der Medienkonzern einen Gewinn von rund zehn Millionen Dollar einstreichen, heißt es weiter.
AOL hatte zuletzt mit dem Verkauf von 800 Patenten an Microsoft für Aufsehen gesorgt. Der Softwareriese aus Redmond hat sich den Deal (plus die zusätzliche Lizenzenzierung von 300 Patenten) eine Milliarde Dollar kosten lassen.
Ist AOL ein Kauf?
AOL ist ein Medienkonzern, der den Löwenanteil (62 Prozent) seiner Umsätze mit Werbung erzielt. Im ersten Quartal 2012 zogen die Erlöse hier leicht um fünf Prozent auf 330 Millionen Dollar an, während der Umsatz mit kostenpflichtigen Mitgliedschaften um 15 Prozent absackte.
AOL verkauft die Geschäftsentwicklung naturgemäß als Erfolg. DER AKTIONÄR ist weit weniger begeistert. Was dem Konzern fehlt, ist eine plausible Wachstumsstrategie. Der Verkauf wichtiger Assets erscheint vor diesem Hintergrund wenig logisch. Die jüngsten Ergebnisse berücksichtigt, könnte AOL 2012 0,60 bis 0,70 Dollar pro Aktie verdienen. Das daraus resultierende KGV von weit jenseits der 30 erscheint für ein Medienunternehmen zu hoch.
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