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Amgen: Nicht nur von der Rezession voll erwischt

Frank Phillipps

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Schwache Zahlen fürs erste Quartal waren beim weltgrößten Biotech-Konzern bereits erwartet worden. Doch selbst diese Prognosen wurden noch unterschritten. Kurzfristig dürfte dies die Aktie belasten, langfristig bedeutet dies eine Einstiegschance.

Schwache Zahlen fürs erste Quartal waren beim weltgrößten Biotech-Konzern bereits erwartet worden. Doch selbst diese Prognosen wurden noch unterschritten. Kurzfristig dürfte dies die Aktie belasten, langfristig bedeutet dies eine Einstiegschance.

Die Analysten hatte es kommen sehen: Amgen, seines Zeichens nach Börsenwert und Umsatz das größte Biotech-Unternehmen der Welt, würde ein schwaches erstes Quartal haben. Daher revidierten sie ihre Prognosen für den Umsatz auf 3,63 Milliarden und die Erwartungen für den Gewinn auf 1,15 Dollar je Aktie schon im Vorfeld der Q1-Zahlen herunter.

Unter den Erwartungen

Doch selbst die neuen Prognosen konnte der Biotech-Riese aus dem kalifornischen Thousand Oaks nicht erreichen. Am Ende des ersten Quartals standen ein Umsatz von 3,3 Milliarden Dollar und ein Gewinn je Anteilschein von 1,08 Dollar in den Büchern. Die Ergebnisse lagen damit beim Umsatz um acht Prozent und beim Gewinn um vier Prozent unter den Resultaten der ersten drei Monate 2008.

Für das Gesamtjahr schraubte Amgen die eigene Prognose nach unten. Statt eines Umsatzes von 14,8 bis 15,2 Milliarden erwarten die Kalifornier nun nur noch 14,4 bis 14,8 Milliarden Dollar. Beim Gewinn geht Amgen aber weiterhin von einem Plus von 4,55 bis 4,75 Dollar pro Aktie aus.

Keine Überraschung

Amgen-Chef Kevin Sharer machte vor allem die Wirtschaftskrise für das schlechte Ergebnis verantwortlich. Dies habe zu einem veränderten Verhalten bei Ärzten und Patienten geführt. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn dass Amgen auch ohne globale Rezession eine Durststrecke zu überwinden hätte, ist am Markt längst kein Geheimnis mehr.

Verantwortlich dafür ist vor allem die Erlöserosion bei den einstigen Top-Sellern Aranesp und Epogen. Die beiden Medikamente, die über Jahre Milliarden in die Amgen-Kassen spülten, sollten bei Krebspatienten nach der Chemotherapie eigentlich die Bildung roter Blutkörperchen anregen. Stattdessen stehen sie nun im Verdacht, das Tumorwachstum anzuregen, weshalb sie nur noch unter strengen Auflagen eingesetzt werden dürfen.

Dies macht sich bei den Verkäufen deutlich bemerkbar. So erlöste Amgen etwa mit Aranesp im ersten Quartal 626 Millionen Dollar – und damit 18 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auf Zwölfmonatssicht sind die Verkäufe mit Aranesp sogar um 28 Prozent zurückgegangen.

Neuer Hoffnungsträger

DER AKTIONÄR hatte wiederholt auf die Schwierigkeiten mit Aranesp und Co hingewiesen. Allerdings auch darauf, dass Amgen mit dem experimentellen Osteoporose-Mittel Denosumab einen potenziellen Blockbuster kurz vor der Zulassung hat, der die Einbußen mittelfristig mehr als kompensieren könnte. DER AKTIONÄR hält daher an seiner Kaufempfehlung für den Biotech-Blue-Chip fest. Kursschwächen können zum Einstieg genutzt werden. Das Kursziel liegt bei 42 Euro, was einem Kurspotenzial von 20 Prozent entspricht.

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