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Amgen hadert mit Gesundheitsreform

Frank Phillipps

Das erste Quartal lief für Amgen erfreulich, doch für das Gesamtjahr ist der Biotech-Konzern vorsichtiger geworden. Doch wie die Zukunft für Amgen wirklich aussieht, dürfte sich schon bald entscheiden.

Eigentlich gilt die US-Gesundheitsreform gemeinhin als Segen für die Biotech-Unternehmen. Schließlich bekommen 32 Millionen Menschen zusätzlich Zugang zu Medikamenten, auch die Patentsituation wurde mit einer Schutzfrist von zwölf Jahren im Sinne der Branche geregelt. Doch dass es auch eine Kehrseite der Medaille gibt, hat sich in den letzten Tagen gezeigt. Mit dem weltgrößten Biotech-Konzern Amgen revidiert nach Gilead Sciences nun bereits das zweite Biotech-Schwergewicht seine Prognose für das Gesamtjahr. Das Unternehmen aus dem kalifornischen Thousand Oaks erwartet nun ein Ergebnis am unteren Rand der bisherigen Schätzungen. Für das Gesamtjahr rechnet Amgen mit einem Umsatz zwischen 15,1 und 15,5 Millionen Dollar. Unter dem Strich soll ein Plus von 5,05 bis 5,25 Dollar je Aktie stehen. Grund seien Kosten infolge der Gesundheitsreform, die mit 200 bis 250 Millionen zu Buche schlagen würden.

Aufwärts im ersten Quartal

Das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres lief für Amgen hingegen durchaus zufriedenstellend. Den Umsatz steigerten die Kalifornier im Vergleich zum Vorjahr um nein Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar. Der Gewinn erhöhte sich sogar um 20 Prozent auf 1,30 Dollar je Aktie. Damit übertraf Amgen die Analystenschätzungen deutlich. Die Experten hatten im Durchschnitt mit einem Plus je Anteilschein von 1,23 Dollar gerechnet.

Wichtiger als die Zahlen für das erste Quartal und die Prognose für das Gesamtjahr dürfte für Amgen jedoch die Entscheidung über das Medikament Prolia sein. Und die fällt relativ zeitnah. Bis zum 25 Juli will die US-Gesundheitsbehörde darüber entscheiden, ob das neuartige Osteoporose-Mittel für den Verkauf zugelassen werden soll. Im ersten Anlauf war Amgen mit dem Zulassungsantrag gescheitert, die Behörde hatte zusätzliche Daten gefordert. Prolia gilt als neuer Hoffnungsträger und soll Amgen Milliardenumsätze in die Kasse spülen.

Kursziel erreicht

Das vom AKTIONÄR ausgegebene Ziel von 43 Euro für die Aktie von Amgen wurde mittlerweile erreicht. Heute dürfte die Aktie nach dem nachbörslichen Rücksetzer in den USA leicht unter Druck kommen. Davon sollten sich Anleger nicht beirren lassen und ihre Gewinne, die inzwischen auf mehr als 35 Prozent betragen, laufen lassen. Das Kursziel wird auf 48 Euro erhöht, der Stoppkurs bei 37 Euro platziert.

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