Michael Herrmann
Nach Branchenprimus Intel hat nun auch der zweitgrößte Hersteller von Computerprozessoren AMD seine Quartalszahlen vorgelegt. Das Umsatzwachstum kann überzeugen. Analysten zeigen sich trotz Verlust zufrieden.
Vor wenigen Tagen gab der Chip-Riese Intel neue Rekordzahlen für das abgelaufene Quartal bekannt und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Dies gelang nun auch nun auch dem "ewigen Zweiten" der Branche. AMD konnte den Umsatz von 1,18 Milliarden auf 1,65 Milliarden Dollar und damit um ganze 40 Prozent verbessern. Selbst Intel konnte die Umsätze "nur" um 34 Prozent steigern.
Problemzone: Gewinn
Die zumeist positiven Reaktionen auf die Zahlen sind aber nur bedingt nachzuvollziehen, denn obwohl deutlich mehr umgesetzt werden konnte, schrieb AMD mit einem Nettoverlust von 43 Millionen Dollar am Ende rote Zahlen. Immerhin blieb um Sonderposten bereinigt ein Gewinn von 83 Millionen Dollar oder 11 Cents je Aktie übrig. Zum Vergleich: Intel hat in diesem Quartal unterm Strich einen Gewinn von 2,9 Milliarden Dollar eingefahren.
Größennachteile
Das ist beinahe doppelt so viel wie der Umsatz des Branchenzweiten. Intel liefert vier von fünf Computerprozessoren, AMD dagegen muss sich den restlichen Prozessorenmarkt mit mehreren Spezialanbietern teilen. Die Größe ist gerade im forschungsintensiven Chip-Bereich ein entscheidender Vorteil. Trotz der deutlichen Umsatzsteigerung gelang es AMD erneut nicht zum Marktführer aufzuschließen.
Erneute Freude über geringere Verluste
Der Markt zeigte sich dennoch zufrieden. Rote Zahlen ist man von AMD schließlich gewohnt und Analysten hatten mit einem deutlich schlechteren Abschneiden gerechnet. Sie hattenbeim Ergebnis ohne Sonderposten nur einen Gewinn von durchschnittlich 6 Cents je Aktie erwartet.

Intel bleibt AMD weiter klar vorzuziehen
Für eine positive Kursentwicklung der AMD-Aktie spricht die allgemeine Belebung der Computerbranche, von der auch AMD weiter profitieren wird. Im Gegensatz zu Branchenprimus Intel wird es für den "ewigen Zweiten" aber auch zukünftig schwer werden, Gewinn zu erwirtschaften. Derzeit spricht nur wenig für eine positive Entwicklung. DER AKTIONÄR rät deshalb Anlegern die vom Aufschwung der Computerbranche profitieren wollen, den Konkurrenten Intel zum Kauf.