Amazon.com verfehlt Prognosen für Q2
Der Internetveteran und E-Commerce-Riese Amazon.com hat im zweiten Quartal den Umsatz im zweistelligen Prozentbereich gesteigert, beim Ergebnis aber einmal mehr gepatzt. Für die laufende Periode gab das Management zudem einen verhaltenen Ausblick.
Der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon hat das vergangene Quartal nur mit einem dünnen Gewinn von sieben Millionen Dollar abgeschlossen. Höhere Kosten und Investitionen wie der Kauf des Industrieroboter-Spezialisten Kiva Systems haben so gut wie den ganzen Überschuss aufgezehrt. An der Börse reagierte die Aktie auf die Zahlenvorlage mit moderaten Zugewinnen um 1,6 Prozent auf 223 Dollar. In einer ersten Reaktion war sie um sieben Prozent eingebrochen.
Umsatz zweistellig gestiegen
Im Vorjahresquartal hatte Amazon noch 191 Millionen Dollar verdient. Der Umsatz im zweiten Quartal stieg unterdessen im Jahresvergleich um 29 Prozent auf 12,8 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte.
Amazon hatte sich auch früher schon bereit gezeigt, Gewinne für die Ausweitung des Geschäfts oder den Ausbau der technischen Infrastruktur zu opfern. Das Unternehmen investiert gerade massiv unter anderem in seine Tablet-Computer und E-Book-Reader sowie die Entwicklung der Online-Dienste.
Für das laufende Quartal rechnet Amazon mit einem operativen Verlust von 50 bis 350 Millionen Dollar. Die Marktexperten hatten ein Plus erwartet. Auch Gewinn und Umsatz im vergangenen Quartal verfehlten die Analysten-Erwartungen.
Auf der Haben-Seite verbucht Amazon ein Cash-Polster von rund fünf Milliarden Dollar. Die üppigen Barreserven und der Umstand, dass der Konzern den bei weitem größten Teil seiner Erlöse und Gewinne im vierten Quartal eines Jahres erzielt, dürften ihren Teil dazu beigetragen haben, dass die jetzt gemeldeten Geschäftszahlen und der Ausblick für Q3 keinen größeren Schaden angerichtet haben.
Auf dem aktuellen Niveau notiert die Amazon-Aktie zehn Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. DER AKTIONÄR stuft den Titel mit weiterhin kaufenswert ein.
(Mit Material von dpa-AFX)
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