Amazon.com: Spiel, Spaß und ein Schlag für Zynga
Tablet-PCs, Smartphones und jetzt Online-Games. Amazon.com hat mit "Living Classics" sein erstes eigenes Computerspiel präsentiert - ausgerechnet für Facebook.
Amazon.com ist immer für eine Überraschung gut. Als alle Welt glaubte, der Markt für Tablet-PCs bestehe allein aus Apples iPad (und vielleicht noch aus dem Galaxy Tab), knallte der US-Riese seinen Kindle Fire auf den Tisch. Seit einiger Zeit wird zudem gemunkelt, Amazon entwickle ein eigenes Smartphone. Während eine offizielle Bestätigung hierfür aussteht, ist seit Montag klar: Das mit Abstand größte Kaufhaus im Cyberspace drängt in den Markt für Video-Games.
"Hallo Welt"
Mit einem schlichten "Hallo Welt" kündigte das US-Unternehmen auf seiner Homepage sein Erstlingswerk an: Living Classics.
Welche Zielgruppe Amazon im Visier hat, wird schnell klar: Die 950 Millionen Nutzer von Facebook. Ein entsprechender Link findet sich ebenfalls auf der Seite.
Die Anwort auf die vermeintlich am häufigsten gestellte Frage "Was will Amazon im Spielesektor?" liefert der Konzern gleich mit. "Wir wissen, dass unsere Kunden gerne spielen - auch kostenfreie Social Games - und dank unserer Erfahrung können wir den Spielern auch hier eine tolle Erfahrung bieten".
Die strategische Entscheidung zum Markteinstieg dürfte bei Zynga mit einiger Sorge zur Kenntnis genommen werden. Zynga ist der mit Abstand größte Anbieter von Facebook-Games - und der erfolgreichste. Laut AppData stammen sechs der zehn meistegespielten Games auf dem Netzwerk von Zynga.
Zuletzt hat Facebook jedoch seine Strategie geändert, bevorzugt bei der Darstellung neuere Spiele. Unter anderem dieser Schwenk hat Zynga im zweiten Quartal das Ergebnis verhagelt.
Fazit: Der Einstieg bei Social Games dürfte kurzfristig nur einen begrenzten Einfluss auf die Ergebnisentwicklung bei Amazon.com haben. Was Zynga betrifft, muss erst der Erfolg des Erstlingsspiels abgewartet werden - und ob Amazon (bzw. das Entwicklerstudio) in der Lage ist, eine attraktive Pipeline aufzubauen.
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