Amazon.com: E-Commerce-Riese verfehlt Prognosen deutlich - Aktie bricht ein

Martin Weiß

Herbe Enttäuschung für Investoren: Trotz Rekordumsätzen im Online-Einzelhandel hat Amazon.com im vierten Quartal eine Milliarde Dollar weniger umgesetzt als erhofft. Die Reaktion an der Börse fiel heftig aus, die Aktie brach nach der Veröffentlichung um mehr als neun Prozent ein.

Wie Amazon.com am Dienstag nach Ende des regulären Handels an der Wall Street mitteilte, kletterten die Umsätze im Abschlussquartal (von September bis Dezember) gegenüber dem Vorjahr zwar um 35 Prozent auf 17,4 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt jedoch mit einem Zuwachs von 40 Prozent gerechnet. Das Ergebnis fiel mit 0,38 Dollar je Aktie hingegen deutlich besser aus als erwartet (0,19 Dollar).

Antworten schuldig geblieben - schwacher Ausblick

Die Aktie verlor nach der Veröffentlichung 17,44 Dollar oder neun Prozent und schloss bei 177 Dollar auf dem niedrigsten Stand seit dem 12. Januar.

Die Anleger reagierten mit den Verkäufen auch auf den schwachen Ausblick für die laufende Periode. Der Zielkorridor beim Umsatz beträgt demnach zwölf bis 13,4 Milliarden Dollar, wohingegen Analysten im Schnitt mit 13,4 Milliarden Dollar kalkulieren.

Ansonsten blieb der Konzern wichtige Fragen schuldig. Was das Geschäft mit dem eBook-Reader Kindle und dem brandneuen Kindle Fire betrifft, hieß es lediglich, der Absatz habe sich binnen eines Jahres verdreifacht.

Amazon.com hat den Fire Mitte November 2011 zum Kampfpreis von 199 Dollar in den US-Handel gebracht. Branchenexperten rechneten zuletzt mit vier bis sechs Millionen verkauften Geräten.

Das verlorene Jahr

Die Aktie notiert bei 177 Dollar nur leicht über dem Kursniveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Zuletzt hatte sich ein charttechnisches Kaufsignal abgezeichnet, das sich mit dem gestrigen Absturz nun aber erst einmal erledigt hat. Vielmehr droht jetzt ein Test des 52-Wochen-Tiefs bei 160,59 Dollar.

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