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Alibaba: Das letzte Gerücht

Martin Weiß

Der chinesische E-Commerce-Riese Alibaba Group bereitet gemeinsam mit Softbank ein milliardenschweres Übernahmeangebot für Yahoo vor. Anleger sollten aber lieber nicht den Atem anhalten.

Wie Reuters meldet, habe Alibaba in Washington Lobbyisten angeheuert, um eine mögliche Komplettübernahme des US-Unternehmens zu unterstützen. Ebenfalls mit an Bord ist die Softbank. Der japanische Beteiligungskonzern zählt mit 30 Prozent Anteil zu den Großaktionären bei Alibaba. Weitere 40 Prozent kontrolliert Yahoo. Softbank und Yahoo kooperieren wiederum bei Yahoo Japan. Ziel einer Übernahme von Yahoo soll auch sein, die komplizierten Überkreuzbeteiligungen der Unternehmen aufzulösen.

Was ist für Anleger drin?

Seit dem Abgang von Carol Bartz als Yahoo-Chefin im September haben sich die Gerüchte um einen Verkauf des schlingernden US-Konzerns verdichtet. Als potenzielle Käufer gelten Microsoft, Alibaba und eine Reihe von Beteiligungsfirmen, darunter Blackstone, Silver Lake und Third Point. 

Yahoo leidet in seinem Kerngeschäft mit Internetwerbung unter dem Wettbewerb mit Google - und neuerdings auch Facebook. Für 2011 rechnen Analysten im Schnitt mit einem Gewinnrückgang um zehn Prozent auf 0,81 Dollar je Aktie. Der Umsatz soll auf 4,4 Milliarden Dollar sinken. Google und Facebook dürften im gleichen Zeitraum hingegen zweistellig wachsen.

Tafelsilber für 17 Milliarden Dollar

Experten sind sich einig, dass die asiatischen Beteiligungen von Yahoo den größten  Wert darstellen. In einem jüngeren (von Yahoo ins Spiel gebrachten) Teilverkaufsszenario beträgt er 17 Milliarden Dollar. Die Marktkapitalisierung von Yahoo: 19,6 Milliarden Dollar.

Stellt man den möglichen Verkaufserlös dem Börsenwert gegenüber, klingt ein Deal (so er denn kommt, Ankündigungen gab es bislang genug) zunächst attraktiv. Das Asiengeschäft wird für 14 Dollar/Aktie verkauft, weitere zwei Dollar je Anteilsschein betragen die Bankguthaben. Summa summarum macht das 16 Dollar/Aktie. Yahoo beendete den Mittwoch bei 15,78 Dollar. Anleger bekämen das Kerngeschäft der Amerikaner nach einem Deal also geschenkt.

Um es klar zu sagen: Zeichnet sich ein solcher Teilverkauf ab, sollten Anleger Yahoo sofort verkaufen. Ohne seine Asienbeteiligungen ist Yahoo absolut wertlos. Nur für den Fall eines Komplettverkaufs bietet sich spekulativen Investoren eine Chance auf Kursgewinne - und das auch nur bei Geboten um 25 Milliarden Dollar.

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