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Die 1.000-Prozent-Aktien (Teil 10)

Sascha Grundmann

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Mit den richtigen Aktien konnten Anleger in den letzten zehn Jahren Kursgewinne von weit über 1.000 Prozent erzielen. DER AKTIONÄR stellt das letzte Papier aus der Reihe der zehn heißesten Aktien seit 1999 vor. Was sind die Perspektiven dieses Verelffachers?

Bereits am Montag hatte es die Notierung von Marvel amtlich gemacht: Das Papier des US-Medienkonzerns ist jetzt auf Sicht von zehn Jahren ein reinrassiger 1.000-Prozenter. Die Aktie war am Montag im frühen Handel auf 40,90 Dollar gestiegen, ihr Wert hatte sich damit gegenüber dem Stand von vor zehn Jahren verelffacht - in der Woche vom 9. August 1999 hatte Marvel im Tief noch bei 3,66 Dollar notiert.

Steuer herumgerissen

Der sagenhafte Kursverlauf spiegelt eine ebenso aufregende Entwicklung des Konzerns wider. Marvel war früher ein ausschließlicher Comicbuchverlag, der sich mit den Geschichten von Superhelden wie Spider-Man und Captain America einen Namen gemacht hatte. Als das Geschäft um die Jahrtausendwende in Schwierigkeiten kam, erreichte auch der Aktienkurs seinen Tiefpunkt.

Marvel gelang es allerdings, das Steuer herumzureißen und seine Heldencharaktere nicht nur über den Verkauf von Comics zu Geld zu machen: Marvel entwickelte sich zum umfassenden Medien- und Merchandisingkonzern. Im Frühjahr 2002 kam etwa ein Spider-Man-Film in die Kinos, an dessen Produktion Marvel beteiligt war und mit dem für das Unternehmen eine neue Ära in Sachen Lizenzeinnahmen begann. Seitdem haben zwei Spider-Man-Fortsetzungen und weitere Verfilmungen wie Daredevil, Iron-Man und Hulk für eine starkes Lizenz- und Merchandisung-Geschäft, sprich für Riesenumsätze, gesorgt. Mittlerweile erlöst Marvel jährlich knapp 630 Millionen Dollar (Schätzung für 2010).

Noch Projekte in der Pipeline

Die aktuellen Zahlen für das zweite Quartal gab der Marvel-Konzern am gestrigen Dienstag bekannt. Und hier wurde deutlich, dass er immer noch für positive Überraschungen gut ist. Zwar ging von April bis Juni der Umsatz um 25,9 Prozent zurück, weil die Lizenzerlöse nicht so hoch waren wie im Vorjahr, als mit „Iron-Man" und „Hulk" gleich zwei Kinokassenschlager das Geschäft angekurbelt hatten. Nichtsdestotrotz übertraf Marvel die Erwartungen der Analysten. Das galt zudem für den Gewinn. Hier schlug das Unternehmen die Prognosen des Marktes (31 Cent pro Aktie) um sechs Cent.

Auch wenn die Notierung am Dienstag im Anschluss an ein weiteres Hoch bei 41,70 Dollar im Tagesverlauf wieder nachgab - dass Marvel seinen Gewinnausblick für das Gesamtjahr anhob (auf 1,25 bis 1,35 Dollar je Anteilschein), dürfte Anleger überzeugen, dass die Aufwärtsbewegung noch nicht zu Ende sein muss. Zumal die Analystenschätzungen für das kommende Jahr eine weitere Steigerung des Ergebnisses vorsehen. Vor dem Hintergrund der durchschnittlichen Prognosen ergibt sich ein KGV für das kommende Jahr von 19. Das ist zwar kein ausgesprochenes Schnäppchen, der Wert  relativiert sich aber angesichts des prognostizierten Gewinnwachstums von über 50 Prozent.

Noch mehr Helden auf der Leinwand

Da Marvel für die nächsten Jahre noch einige Filmprojekte in petto hat, ist für weitere Kursfantasie gesorgt. Anleger sollten vor diesem Hintergrund mit einem Stoppkurs bei umgerechnet 22 Euro investieren.

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