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Zwei Hochs auf Centrotherm: Rebound nach Analysten-Kommentaren

Florian Söllner

Das ging schnell: Die gestern noch tief im Minus liegende Centrotherm-Aktie wurde am Dienstag von gleich zwei Analysten-Kommentaren beflügelt. Der Kurssprung ist ein erstes Lebenszeichen.

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Gleich zwei Hochstufungen sorgen heute für Rückenwind der Centrotherm-Aktie. Das Papier ist mit einem Plus von in der Spitze über zehn Prozent Topgewinner im TecDAX. So sehen die Experten der Schweizer UBS und HSBC Potenzial in der stark gefallenen Aktie. UBS rat zum Kauf und nennt mit 10,00 Euro (zuvor 11,00 Euro) trotz Solarkrise weiterhin ein hohes Kursziel. Der Abschlag auf den Buchwert sei trotz eines zu erwartenden Verlustes im Jahr 2012 nicht gerechtfertigt, so Analyst Jean-Francois Meymandi.

Zum Thema Buchwert beziehungsweise Eigenkapital hatte gestern bereits DER AKTIONÄR geschrieben: "Der Buchwert liegt bei 335 Millionen Euro. Doch zu beachten sind 117 Millionen Euro "Goodwill" und 89 Millionen Euro "immaterielle Vermögenswerte" - Postionen, deren Werthaltigkeit gerade in Krisenzeiten fraglich wird. Bewertet wird Centrotherm an der Börse nur noch mit 110 Millionen Euro. Damit wird selbst das um obige Goodwill-Werte bereinigte Eigenkapital von hypothetischen 129 Millionen Euro unterschritten."

HSBC verweist jedoch auf auf die Risiken. Die Bilanz der Firma gebe weiterhin Anlass zu Sorge, da Centrotherm mittlerweile Nettoschulden aufweise. Das Kursziel wurde von 9,50 Euro auf 5,60 Euro gesenkt, da die Aktie aber mittlerweile deutlich niedriger als bei der letzten Einschätzung notierte, wurde das Papier von HSBC auf "Neutral" hochgestuft.

Erst gestern hatte die WestLB das "Add" in "Neutral" geändert und das Kursziel von zuvor 12,30 Euro gestrichen. Folgender Satz im Quartalsbericht gefällt der WestLB gar nicht: "Im Berichtszeitraum hat sich das Risiko verdichtet, dass es im Rahmen eines Polysiliziumprojektes möglicherweise zu einem Rechtsstreit in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrages kommt." Bereits im März wurde in der regionalen Presse spekuliert, dass Centrotherm im Hauptmarkt Asien unglücklich agiere und wichtige Kunden verärgert habe - durch plötzlich gestoppte Projekte und unfertige Erzeugnisse.

Algerien rettet

Wie tief die Krise für den Solarmaschinenbauer ist, zeigt der Blick auf den Auftragseingang. Zwar lag dieser im ersten Quartal mit 255 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahr. Doch darin enthalten war ein außergewöhnlich hoher Algerien-Auftrag von 227 Millionen. Ohne diesen wäre der Auftragseingang von 224 Millionen im Vorjahresquartal drastisch auf 28 Millionen eingebrochen. Der kumulierte Auftragsbestand ist von 870 Millionen Euro im Vorjahr um 42 Prozent auf nunmehr 508 Millionen Euro zurückgegangen.

Aktie immer günstiger

Gestern hatte DER AKTIONÄR gemutmaßt: "Sollten sich die rechtlichen Probleme nicht verschärfen und der Solar-Weltmarkt wieder langsam anziehen (siehe auch: "Boom oder Crash"), könnte sich die Aktie allmählich ihrem Tiefstkurs nähern." Mit dem heutigen Tag hat das Papier unter relativ hohem Handelsvolumen erstmal seit langem relative Stärke bewiesen - ein erstes Indiz für ein Ende des Abwärtstrends. Doch noch ist es für eine Entwarnung zu früh. Noch ist der Abwärtstrend intakt.

Anleger, die den "Short der Woche" aus Heft 17/12 leerverkauft haben, können einen Teil der Gewinne mitnehmen. Long-Investoren bleiben weiterhin an der Seitenlinie.

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