Steffen Eidam

British Airways streckt die Fühler nach neuen Töchtern aus. Firmenlenker Walsh hat als ein mögliches Ziel auch Air Berlin im Visier. Die Fluggesellschaft hat unterdessen im August mehr Fluggäste befördert als ein Jahr zuvor.
Droht Air Berlin die Übernahme? British-Airways-Chef Willie Walsh hat die zweitgrößte deutsche Fluglinie in den Kreis seiner möglichen Kaufkandidaten aufgenommen. Die angeschlagene britische Airline darf den Anschluss an die großen Wettbewerber nicht verlieren und steht unter Zugzwang. Strategisch würde Air Berlin hervorragend in das Profil der Briten passen. Air Berlin gab indes die Verkehrszahlen für den Monat August bekannt.
British Airways identifiziert Übernahmeziele
Willie Walsh, Chef der defizitären British Airways, ist derzeit nicht zu beneiden. Seine Airline fliegt seit geraumer Zeit in den roten Zahlen und hat zudem den Anschluss an die großen europäischen Konkurrenten Lufthansa und Air France-KLM verloren. Der Firmenlenker geht jetzt aber in die Offensive und schickt sein Unternehmen auf Expansionskurs. Unter den zwölf von ihm genannten Übernahmezielen befindet sich auch Air Berlin. Ein Gedanke, der Branchenkennern gar nicht abwegig erscheint, schließlich wäre die zweitgrößte deutsche Airline am neuen Berliner Flughafen BBI ein idealer Verteiler für die Briten. Ohnehin strebt Air Berlin derzeit eine enge Partnerschaft mit British Airways im Luftfahrtbündnis Oneworld an. Gleichzeitig bekäme BA mit Air Berlin Zugriff auf einen Billiganbieter auf dem Kontinent. Gegen eine Übernahme spricht hingegen die Größe von Air Berlin, die Synergieeffekte dürften sich aus diesem Grund in Grenzen halten.
Mehr Passagiere im August
Air Berlin hat unterdessen die Verkehrszahlen für August bekannt gegeben. Demnach klettert die Zahl der Passagiere um 8,7 Prozent auf 3,73 Millionen, dabei sank die Auslastung der Flieger um 0,8 Prozentpunkte auf 83,5 Prozent. In die Zahlen wurden die von den Fluglinien Niki und Tuifly übernommenen Strecken jeweils eingerechnet. In den ersten acht Monaten stiegen 21,7 Millionen Passagiere in die Air-Berlin-Jets (plus 1,9 Prozent). Im Acht-Monatsvergleich sank die Auslastung der Flugzeuge um 1,8 Prozent auf 75,7 Prozent. Die kumulierte Kapazität wurde in den Monaten Januar bis August 2010 um 4,4 Prozent erhöht.
Weiter auf Kurs
DER AKTIONÄR hält eine Übernahme durch die Briten für unwahrscheinlich. Dennoch könnten die Gerüchte den Kurs der Aktie ebenso wie der Beitritt zur Oneworld-Allianz beflügeln. An der positiven Einschätzung zu den Titeln hat sich nichts geändert. Das nächste Kursziel liegt bei 4,00 Euro.