Steffen Eidam
Um den Nivea-Produzenten Beiersdorf war es lange ruhig. Nach der angekündigten Umstrukturierung melden sich jetzt eine Reihe von Analysten zu Wort. Die Meinungen gehen dabei auseinander.
Beiersdorf will sich in Zukunft wieder stärker seinen Kernkompetenzen widmen. Und die liegen ohne Zweifel bei Nivea. Eine aufwändige Werbekampagne soll die Umsätze bei der Anker-Marke weiter forcieren. Zuletzt meldeten sich eine Reihe von Analysten zu Wort. Wie geht es weiter bei Beiersdorf?
Wachstumsfantasie
Nach Einschätzung von Nomura dürfte Beiersdorf wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren. Für das zweite Quartal rechnen die Experten bei Beiersdorf mit einer Rückkehr zu positivem Umsatzwachstum und Margen von über 11,5 Prozent. Der Unternehmensausblick von Beiersdorf für das Gesamtjahr würde in diesem Fall konservativ erscheinen. Die Analysten raten daher zum Kauf und erhöhen ihr Kursziel von 35 auf 56 Euro.
Verbessertes Marktumfeld
Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas hat Beiersdorf von "Underperform" auf "Neutral" hochgestuft und das Kursziel von 48 auf 49 Euro angehoben. In der Begründung verwiesen die Experten auf das kurzfristig verbesserte Geschäftsumfeld in Westeuropa. Auf der anderen Seite könne man nicht mit Sicherheit sagen wie sich di neue Strategie bei Beiersdorf umsetzen lässt. Zudem blieben Unsicherheiten über das Geschäft in China.
Abwartende Haltung
Ebenfalls auf "Neutral" hat Goldman Sachs seine Einstufung belassen und dabei das Kursziel geringfügig von 44,60 auf 44,30 Euro gesenkt. Diese geringfügige Absenkung basiert auf die veränderten Wechselkurse. Für den kompletten Sektor dürfte entscheidend sein, inwieweit die Unternehmen die steigenden Rohstoffkosten entweder durch Kostenoptimierung oder Preiserhöhungen kompensieren können.
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Hürde noch zu hoch
Zuletzt hat sich der Konsumgüterhersteller auch in Österreich, Slowenien und Kroatien aus dem Geschäft mit Make-up-Produkten zurückgezogen. Andere Länder dürften noch folgen. Zukünftig sollen die Kernkompetenzen in Haut- und Körperpflege mit der Marke Nivea im Mittelpunkt liegen. Dieser Schritt dürfte sich mittel- bis langfristig bezahlt machen.
Aus charttechnischer Sicht scheiterte die Aktie zuletzt am Widerstand bei 45 Euro. Derzeit pendelt das Papier oberhalb der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie bei 43 Euro. Sollte diese Marke unterschritten werden, droht ein weiterer Rücksetzer bis auf 40 Euro. Investierte Anleger bleiben dennoch am Ball. Neueinstiege drängen sich zum aktuellen Zeitpunkt nicht auf.