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Wacker Chemie: Das ist die Trendwende

Werner Sperber
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Dr. Rudolf Staudigl ist Vorstandsvorsitzender von Wacker Chemie und aktuell wieder Feuer und Flamme für das Solaranlagen-Geschäft, für das der Spezialchemiekonzern das nötige Polysilizium liefert. Die Anleger lassen sich von dieser Euphorie gerade noch rechtzeitig anstecken.

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Wacker Chemie hat die Produktions-Kapazitäten für polykristallines Reinst-Silizium mit neuen Anlagen im sächsischen Nünchritz um 15.0000 Tonnen pro Jahr erhöht. Im laufenden Jahr kann der Spezialchemiekonzern aus München somit 52.000 Tonnen herstellen. Wenn die derzeit im Bau befindliche Anlage im US-Staat Tennessee die volle Leistung im Jahr 2014 erreicht hat, beträgt die mögliche Jahresmenge 70.000 Tonnen. Die Probleme bislang waren allerdings, dass es auf dem Weltmarkt viel zuviel Polysilizium für die Hauptabnehmer-Branche der Solarindustrie gibt und der Preis deshalb auf ein ruinöses Niveau gesunken ist. Vorstandsvorsitzender Dr. Rudolf Staudigl nahm bei der offiziellen Einweihung in Nünchritz zumindest eine Sorge von den Anlegern: "Die Nachfrage hat sich in den ersten Monaten des laufenden Jahres wieder deutlich belebt. Die Absatzmengen waren im ersten Quartal 2012 um knapp 50 Prozent höher als vor einem Jahr. Aus heutiger Sicht wird die Nachfrage in den kommenden Monaten weiter robust bleiben." Gegenwärtig liefen alle Produktionsanlagen auf Volllast. Ein Pressesprecher nahm all zu euphorischen Anleger wieder etwas Wind aus den Segeln.

Die Prognose bleibt

Am Freitag, 4. Mai, werden die Aktionäre Genaueres erfahren, denn dann stellt Wacker Chemie die Zahlen für das erste Quartal vor. Pressesprecher Christof Bachmair erklärte, aktuell bleibe es bei den Zielen des Konzerns: "An der Prognose ändert sich zum jetzigen Zeitpunkt nichts." Das ist nachzuvollziehen, denn für den Gewinn ist der Preis für Polysilizium entscheiden und nicht die Absatzmenge, wobei nach Aussagen des Konzernchefs die gesamte Kapazität bis zum Jahr 2015 verkauft ist. Aktienhändler jubeln dennoch, denn der deutliche Preisrückgang von Polysilizium, Wafern, Zellen und Modulen soll die Wettbewerbsfähigkeit von Solarenergie erhöhen und dazu führen, neue Märkte zu erschließen.

Für Risikobereite

Die Analysten schätzen die Gewinne für die Jahre 2012 bis 2014 auf nur mehr 3,02 Euro, auf 3,52 Euro und auf 4,93 Euro je Aktie. Das entspräche Kurs-Gewinn-Vielfachen von hohen 21, von 18 und von 13. Wenn die Prognosen des Vorstandsvorsitzenden Dr. Rudolf Staudigl zutreffen, zeichnet sich allerdings eine Trendwende zum Besseren ab. Vor diesem Hintergrund sollten ausschließlich risikobereite Anleger die Aktie mit einem Kursziel von 95 Euro und einem Stoppkurs bei 48 Euro kaufen.

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