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VW: Politik übt Kritik an Porsche-Deal

Dominik Schertel

Der "Steuertrick" von Volkswagen im Rahmen der Porsche-Übernahme sorgt für jede Menge Gesprächsstoff. Von Bundestagsfraktionschef der Liberalen, Rainer Brüderle, kommt heftige Kritik an dem Steuersparmodell.

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Volkswagen wird voraussichtlich zum 1. August das Automobilgeschäft von Porsche komplett übernehmen. Die Wolfsburger legen dafür 4,46 Milliarden Euro auf den Tisch. Zusätzlich überträgt VW eine Stammaktie. Durch diesen Trick kann der Autobauer 1,5 Milliarden Euro sparen, die üblicherweise bei einem Kauf angefallen wären.  

"Jeder Steuerzahler muss sich veräppelt fühlen"

Das Steuersparmodell sorgt beim FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle für Kopfschütteln. "Wenn Weltkonzerne mit solchen Steuertricks Milliarden an Steuern sparen können, muss sich jeder Steuerzahler veräppelt fühlen", so der Politiker gegenüber dem Handelsblatt. Brüderle fordert ein einfacheres und gerechteres Steuerrecht und legt nach: "Von so viel Nachsicht der Finanzämter können viele Handwerker nur träumen."

Reiner Populismus

VW reagierte postwendend auf die Äußerungen Brüderles. "Jetzt von Steuertricks und Nachsicht der Finanzämter zu sprechen ist Populismus in Reinkultur", sagte VW-Konzernsprecher Grühsem. Auch Betriebsratschef Bernd Osterloh lässt die Vorwürfe nicht gelten: "Jetzt zu behaupten, wir hätten durch das Vorziehen 1,5 Milliarden an Steuern eingespart, ist absoluter Blödsinn. Und das ärgert mich." Rückendeckung kommt zudem von Ralf Thesing vom Bund der Steuerzahler. VW und Porsche würden nichts anderes als das machen, was tägliche Praxis in mittelständischen Unternehmen sei.

Die Geschichte zwischen VW und Porsche liest sich ein bisschen wie ein Wirtschaftskrimi. Es ist die Geschichte der Familien Porsche und Piëch. Beide miteinander verwandt, aber auch verfeindet. Es ist ebenfalls die Geschichte einer missglückten Übernahme. Vor vier Jahren hatte die Tochter Porsche vergeblich versucht VW zu schlucken. Jetzt hat VW endgültig den Spieß herumgedreht.

Alles beim Alten

DER AKTIONÄR bleibt bei seiner jüngsten Kaufempfehlung mit Kursziel 150 Euro. Die VW-Vorzugsaktie ist auf dem aktuellen Niveau weiterhin attraktiv bewertet.

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