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VW: Der Staat zockt mit

Norbert Sesselmann

Das Land Niedersachen muss für das Jahr 2011 eine Haushaltslücke von 1,3 Milliarden Euro schließen. Nun wurde eine neue Einnahmequelle entdeckt: Der Verkauf von Volkswagen-Aktien. Gleichzeitig will das Land aber weiterhin mit 20,01 Prozent am Automobilbauer beteiligt sein. Wie soll dieses mathematische Kunststück gelingen und wie sollen sich Anleger verhalten?

Niedersachsen denkt über einen Verkauf von VW- Anteilen nach. Das Land will aber auf alle Fälle mindestens 20 Prozent an dem Autobauer halten - und damit die Sperrminorität in der Hauptversammlung. Durch die Kombination der beiden Unternehmen Volkswagen und Porsche könnte der derzeitige Anteil des Land Niedersachsen von derzeit 20,01 Prozent auf mehr als 22 Prozent steigen. Die überzähligen Papiere könnten also verkauft werden.

Hochspekulative Berechnung

Es ist eine Rechnung mit sehr vielen Variabeln, die die Beamten des Landes Niedersachsen in internen Berechnungen angestellt haben. Analysten zumindest halten dieses Szenareio für hochspekulativ. Bis Porsche im kommenden Jahr im Volkswagenkonzern integriert werden kann, müssen noch viel Fragen geklärt werden.  Klar ist, dass die Porsche-Stammaktien gegen VW-Stammaktien eingetauscht werden sollen. Für das Umtauschverhältnis aber ganz entscheidend wird es sein, zu welchem Wert VW und Porsche zu diesem Zeitpunkt taxiert werden.

Klagen in Milliardenhöhe

Bleibt noch ein ganz anderes Problem für den niedersächsischen Finanzminister. In den USA wird die von Hedgefonds auf Schadenersatz in Milliardenhöhe verklagt. Weil Porsche bei dem Angriff auf Volkswagen heimlich Aktien unter seine Kontrolle gebracht hatte, schossen die VW-Papiere an den Börsen unerwartet auf über 1000 Euro je Aktie. Das bescherte den Hedgefonds hohe Verluste. Solange diese Klagen aber nicht vom Tisch sind, liegt die Fusion von VW und Porsche auf Eis. Im schlimmsten Fall für mehrere Jahre.

Vorzüge ein Kauf

DER AKTIONÄR bleibt auch nach den Halbjahreszahlen für die VW-Vorzugsaktien positiv gestimmt. Der Autohersteller hat dank steigender Absatzzahlen und günstiger Wechselkurse im ersten Halbjahr deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Charttechnisch ist dem Papier kürzlich der Ausbruch aus der Dreieckskonsolidierung gelungen. Dies dürfte nun für weitere Kaufimpulse sorgen. Dreistellige Kurse sind in naher Zukunft sogar im Rahmen des Möglichen.

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