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Vorläufige Q3-Zahlen erwartet: SAP-Aktie vor Kurssprung?

Michael Schröder

Bei Europas größtem Softwarekonzern SAP laufen die Geschäfte 2012 besser als erwartet. Die Anleger sind begeistert – auch weil die Aktie das Tempo mitgeht. Spekulationen zufolge wird die Walldorfer Softwareschmiede noch in dieser Woche Eckdaten für das dritte Quartal bekannt geben. Treiben die Daten die Aktie auf ein neues 12-Jahreshoch?

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Oracle, Oracle und immer wieder Oracle. Es gab Zeiten, in denen es un­möglich schien, über SAP zu schreiben, ohne gleichzeitig auf den viel größeren, viel wachstumsstärkeren und viel erfolgreicheren Erzrivalen aus Amerika hinzuweisen. Diese Zeiten gehören nun dank Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe der Vergangenheit an.

Besser als erwartet

Die im Frühjahr 2010 eingesetzte Doppelspitze hat sich längst als Glücksgriff für den Entwickler von Unternehmenssoftware erwiesen und SAP auf einen stabilen Wachstumskurs zurückgeführt. Jüngste Erfolgsmeldung: Im zweiten Quartal verdiente SAP unterm Strich 661 Millionen Euro und damit 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Geschäfte entwickeln sich viel besser als von Analysten erwartet, die konjunkturbedingt mit kräftigem Gegenwind für SAP gerechnet hatten. Davon ist bislang nichts zu spüren.

Langfristig auf Kurs

Für 2012 wurden die Ziele für das EBIT von bis zu 5,25 Milliarden Euro bestätigt. Der Einstieg in mobile Anwendungen und der durch den Kauf von Ariba forcierte Ausbau der Cloud-Aktivitäten scheinen die goldrichtige Strategie zu sein, um die hohen Ziele des Duos McDermott/Hagemann Snabe zu erreichen. Die beiden wollen bis 2015 den jährlichen Umsatz auf 20 Milliarden Euro in die Höhe treiben. Nach Einschätzung von Analysten könnte das Wachstum sogar noch höher ausfallen. Im Schnitt rechnen die Profis für 2015 bereits mit Erlösen von 21 Milliarden Euro und einem Gewinn je Aktie von 4,29 Euro. An diesen Schätzungen gemessen ist die SAP-Aktie günstig bewertet.

Vor Q3-Zahlen

Am Markt wird darauf spekuliert, dass SAP noch vor dem offiziellen Termin am 24. Oktober Eckdaten für das dritte Quartal veröffentlichen könnte. DER AKTIONÄR erwartet die ersten Zahlen bereits am kommenden Donnerstag. UBS-Analyst Michael Briest rechnet mit soliden Geschäftsergebnissen. Auch die Auftragspipeline für das vierte Quartal ist seiner Meinung nach gut gefüllt. Der Abschluss der Ariba-Übernahme dürfte hingegen nur wenig Einfluss auf die Konzernziele haben. Briest bewertet die Aktie unverändert mit "Buy" und sieht den Titel bei 58 Euro fair bewertet. Die Deutsche Bank zeigt sich noch optimistischer. Die Strategen haben ihre Einschätzung für die DAX-Aktie vor der Quartalsberichtsaison auf "Buy" mit Kursziel 65 Euro belassen. Etwas vorsichtiger zeigt sich indes Exane BNP Paribas. Deren Software-Experte Josep Bori erhöhte zwar das Ziel für die Aktie von 47 auf 48 Euro, blieb aber beim Votum "Neutral". Von den Zahlen erwartet er keine größeren Überraschungen. Das moderat höhere Kursziel sei dem Gewinnbeitrag der Übernahmen SuccessFactors und Ariba ab dem kommenden Jahr geschuldet.

Luft nach oben

Mit KGV 16 auf Basis der für 2013 erwarteten Gewinne ist die SAP-Aktie zwar teurer als die von Oracle. Der US-Konzern weist dafür die deutlich niedrigeren Wachstumsraten auf. Bleiben im dritten Quartal negative Überraschungen aus, würde langsam das Allzeithoch bei 70 Euro aus dem "Bubble"-Jahr 2000 ins Visier rücken.

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