Volkswagen jagt Toyota
Volkswagen ist seinem Kontrahenten Toyota dicht auf den Fersen. Die Wolfsburger könnten die Japaner beim Absatz in diesem Jahr übertrumpfen. Den Titel "Weltgrößter Autobauer" dürfte sich indes ein alter Bekannter sichern.
Das verheerende Erdbeben in Japan trifft Toyota schwer. Der Autobauer ist noch weit davon entfernt, zur Normalität zurückzukehren. Fehlende Teile und die zeitweisen Stromabschaltungen machen Toyota zu schaffen. Wie die Japaner am Freitag erklärten, dürfte sich die Produktion erst im November oder Dezember wieder normalisieren.
GM an der Spitze
Bereits 2008 hatte Toyota den US-Kontrahenten General Motors (GM) vom Thron gestoßen und sich den Titel "Weltgrößter Autobauer" gesichert. 2010 konnten die Japaner 8,42 Millionen Fahrzeuge absetzen. Bei GM liefen 8,39 Millionen Fahrzeuge vom Band. Bei Volkswagen waren es rund 7,2 Millionen Autos.
Im laufenden Jahr dürfte sich GM den wieder Titel sichern können. Analyst Koji Endo von Advanced Research Japan rechnet damit, dass GM 2011 über acht Millionen Fahrzeuge fertigen wird. Volkswagen dürfte rund sieben Millionen Autos produzieren und damit zur Nummer zwei aufsteigen. Währenddessen dürfte die Fertigung bei Toyota auf 6,5 Millionen Einheiten zurückfallen. VW hatte ursprünglich geplant, Toyota bis 2018 als weltgrößten Autobauer abzulösen.
Herber Produktionseinbruch
Im März musste Toyota in Japan einen herben Produktionseinbruch hinnehmen. Die Fertigung inklusive der Töchter Daihatsu und Hino ging um 62 Prozent auf rund 162.000 Fahrzeuge zurück. In Übersee liefen knapp 429.000 Fahrzeuge (minus zwei Prozent) vom Band. Insgesamt verringerte sich die weltweite Produktion damit um 31 Prozent auf gut 591.000 Autos.

Auf Kurs
Japan einmal ausgeblendet befindet sich die Automobilbranche ungebremst auf Wachstumskurs. Angesichts der hervorragenden Aussichten und der günstigen Bewertung - das laufende KGV liegt bei 9 - bestätigt DER AKTIONÄR das Kursziel von 140 Euro für die VW-Aktie. Ein Stopp bei 95 Euro sichert ab.
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