Volkswagen: Steuertrick spart Milliarden
Die Aktie des Wolfsburger Autobauers Volkswagen befindet sich heute im Höhenflug. Offenbar haben VW und Porsche einen Weg gefunden, die geplante Fusion ohne die Zahlung von Steuern in Milliardenhöhe umzusetzen.
Trotz der brummenden Geschäfte hatte die VW-Aktie in den letzten Wochen keinen leichten Stand. Heute steht der Wert verstärkt im Blick und auf der Einkaufliste der Anleger. Zum einen hat der Konzern offenbar Interesse am amerikanischen Lkw-Bauer Navistar. Zum anderen haben VW und Porsche einem Pressebericht zufolge einen Weg gefunden, um die Fusion ohne die Zahlung von Steuern in Milliardenhöhe umzusetzen.
Steuertrick
Einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge können VW und Porsche mit einer Umstrukturierung anstelle eines Verkaufs schätzungsweise 1,5 Milliarden Euro an Körperschaft-, Gewerbe- und Grunderwerbsteuer sparen. Nach Informationen aus Kreisen des Finanzministeriums in Baden-Württemberg habe das Finanzamt Stuttgart den Unternehmen rechtsverbindlich mitgeteilt, dass bei der gewählten Konstruktion keine Steuern anfallen.
Die Transaktion sei steuerfrei, weil VW und Porsche eine spezielle Konstruktion gewählt haben. Die Porsche SE erhalte demnach für die Porsche AG nicht nur 4,5 Milliarden Euro, sondern auch eine einzige VW-Stammaktie. Aus steuerrechtlicher sichte handele sich dabei nicht um einen Verkauf, sondern um eine Umstrukturierung, im Rahmen derer kein Steueranspruch bestehe.
Die geplante Fusion zwischen VW und Porsche ist bislang an Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe in Zusammenhang mit der gescheiterten VW-Übernahme gescheitert. Die Wolfsburger wollen daher nur das operative Geschäft der Porsche AG übernehmen.

Extrem günstig
Ungeachtet der extrem günstigen Bewertung - das 2012er KGV liegt bei 6 - ist die VW-Vorzugsaktie zuletzt unter den Stoppkurs des AKTIONÄR gefallen. Der Titel bleibt aber auf der Watchlist. Sobald sich das Marktumfeld beruhigt, können Anleger hier wieder zugreifen.
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