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Volkswagen: Pleiten, Herausforderungen und Risiken

Werner Sperber
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Derzeit sind die Anleger überwiegend pessimistisch, was die weitere Zukunft von Volkswagen anbelangt. Das lässt sich zumindest aus der jüngsten Kursentwicklung schließen. Tatsächlich gibt es einige Gründe, die den Lack des Automobilkonzerns etwas ankratzen. Allerdings stimmt die generell Fahrrichtung der Notierung auch weiterhin.

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Gegen Peugeot und Citroën hat die Volkswagen AG nicht geklagt, nur weil die französischen Konkurrenten einige ihrer Modelle mit dem Zusatz "GTI" benennen. Der Kraftfahrzeug-Konzern aus Wolfsburg hat aber etwas dagegen, dass der ehemalige japanische Partner Suzuki sein Modell "Swift" mit dem Zusatz "GTi" - mit kleinem "i" - versieht. Die Richter des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) sprachen Recht in diesem "Rosenkrieg" und erklärten: "GTI" oder "GTi" ist für alle da. Dieser Zusatz ist nicht geschützt und gehört deshalb auch nicht Volkswagen. "Gran Turismo Injektion" wird lediglich als Hinweis auf ein sportliches Auto mit Benzin-Einspritzmotor verstanden. Volkswagen prüft nun das Urteil und legt eventuell ein auf Rechtsfragen beschränktes Rechtsmittel beim EuGH ein, welches mit der Revision in Deutschland zu vergleichen ist.

Neue Herausforderung

Als ob das vor dem Schiedsgericht der internationalen Handelskammer in London anhängige Verfahren um die 20-prozentige Beteiligung von Volkswagen an Suzuki nicht reicht, wird Entwicklungs-Vorstand Ulrich Hackenberg den Konzern vor eine neue Herausforderung stellen. Hackenberg plant Billigautos ab einem Verkaufspreis von 5.000 Euro bis etwa 7.000 Euro in und für Schwellenländer zu bauen. Dazu dürfte nach Angaben des Managers in der Zeitschrift auto motor & sport wohl eine neue Marke gegründet werden. Volkswagen müsse für diese Marke prüfen, wo gespart werden könne. Ob diese Autos mit einem chinesischen Partner produziert werden sollen, sei noch offen. Jedenfalls müssten diese Fahrzeuge größer und billiger sein als vergleichbare in Deutschland.

Die zwei Seiten der China-Medaille

Der chinesische Automarkt ist mittlerweile der weltgrößte und auch wenn die Prognosen offiziell etwas gesenkt worden sind, wächst dieser Markt noch enorm stark. Volkswagen ist in der Volksrepublik sehr gut positioniert. Im vergangenen Jahr verkaufte der Konzern 8,3 Millionen Fahrzeuge und davon mit 2,2 Millionen etwas mehr als ein Viertel in China. Gerüchten zufolge soll dieser Anteil mittlerweile auf ein Drittel gestiegen sein. Damit stehen die Chancen auf ein deutliches Wachstum von Volkswagen sehr gut. Auf der anderen Seite beeinträchtigen negativ aufgenommene Nachrichten aus China damit auch den Aktienkurs von Volkswagen stärker.

Günstig bewertet

Die Analysten haben im Schnitt ihre Gewinnschätzung für die Jahre 2012 bis 2014 angehoben. Sie erwarten nun Ergebnisse von 19,53 Euro, von 21,80 Euro und von 24,21 Euro je Aktie. Das entspräche günstigen Kurs-Gewinn-Vielfachen von 7, von 6 und von 5. Obwohl die Charttechnik derzeit ebenso zweischneidig ist, wie die Situation in China, ist im Großen und Ganzen alles in Ordnung, solange die seit März 2009 gültige Aufwärtstrendlinie bei derzeit 119 Euro nicht unterschritten wird. Das Kursziel bleibt demnach bei 160 Euro und der Stoppkurs bei 100 Euro. 

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