Dominik Schertel
Der Wolfsburger Volkswagen-Konzern ist gut in die zweite Jahreshälfte gestartet. Der Autobauer setzte im Juli erneut mehr Autos um, als noch ein Jahr zuvor. Der Vorzugsaktie kann die Meldung nicht helfen. Der DAX-Wert ging im Wochenvergleich mit einem satten Minus aus dem Handel.
Europas größter Autobauer VW hat auch im Juli seine Autoverkäufe gesteigert, wenngleich die Zuwächse nicht mehr so deutlich ausfielen, wie noch in der ersten Jahreshälfte. Weltweit wurden 572.200 Fahrzeuge an den Mann gebracht, was einem Plus von 2,9 Prozent entspricht. "Nach einem sehr erfolgreichen ersten Halbjahr sind wir gut in die zweite Jahreshälfte gestartet", kommentierte VW-Vertriebsvorstand Christian Klingler. "Auch in den kommenden Monaten werden wir mit unserer Modellpalette weiter auf Wachstumskurs bleiben und besser abschneiden als der Wettbewerb", versprach er. Allerdings wird man in den kommenden Monaten mit etwas Gegenwind zu kämpfen haben, was sich bereits in den abnehmenden Zuwachsraten bemerkbar macht. Die Spitzenwerte aus der Zeit vor der Wirtschafts- und Finanzkrise seien noch nicht wieder erreichbar, erklärte Klingler. Von Januar bis Juli verkaufte VW weltweit 4,16 Millionen Fahrzeuge, was einem Zuwachs von 14 Prozent entspricht. Nach Konzernangaben habe man damit einen neuen Absatzrekord verbucht.
Chinesischer Markt boomt
Das Auslaufen der Abwrackprämie machte sich im laufenden Jahr auf dem deutschen Markt bislang deutlich bemerkbar. So setzte VW im Heimatmarkt von Januar bis Juli 19 Prozent weniger Fahrzeuge ab, als noch ein Jahr zuvor. Wachstum versprechen hingegen der chinesische, mit einem Plus von 42 Prozent, und der indische Markt, wo sich die Absatzzahlen mehr als verdoppelten. Auch in den USA erzielten die Wolfsburger deutliche Zuwachsraten von 27 Prozent.
Deutsche vertrauen VW
Dem Corporate Trust Index (CTI), einer Studie des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig und PMG Presse-Monitor, zufolge, ist der Volkswagen Konzern unter den 30 DAX-Konzernen das vertrauenswürdigste Unternehmen. Schlusslicht der Studie ist die vom Staat gestützte Commerzbank.
Geht der Ausverkauf weiter?
Seit Anfang August kennt die VW-Vorzugsaktie nur eine Richtung - sie fällt. Vorausgegangen war eine steile Aufwärtsbewegung, die den DAX-Titel binnen weniger Tage auf ein neues Jahreshoch bei 84,90 Euro katapultierte. Die laufende Konsolidierungsbewegung hat nun auch die 38-Tage-Linie (76,63) unterschritten. Als nächstes könnte nun der Aufwärtstrend getestet werden. Sollte diese Marke nicht halten, würden Abschläge bis auf die Unterstützungszone um 70 Euro drohen.

Langfristig aussichtsreich
DER AKTIONÄR hatte zuletzt seine Kaufempfehlung für die VW-Vorzugsaktien bestätigt. An dieser positiven Einschätzung hat sich nichts geändert. Die jüngsten Abschläge bieten vielmehr eine Einstiegschance für Anleger, die bislang noch nicht zugegriffen haben.