Michael Herrmann
Axel Springer ist weiter auf Expansionskurs. Der Medienkonzern will den französischen Immobilienportal-Betreiber SeLoger.com komplett übernehmen. Ein guter Deal für den MDAX-Aufsteiger?
Die Aktie von Axel Springer steht heute erneut im Fokus der Anleger. Nachdem sich der Medienkonzern zuletzt bereits mit 12,4 Prozent an Seloger.com, einem französischen Betreiber von mehrerer Immobilienportalen, beteiligte, will das Unternehmen nun auch alle noch ausstehenden Aktien kaufen. Mit 34 Euro solle dabei der gleiche Preis bezahlt werden wie für den bereits erworbenen Anteil. Das Angebot für die Titel des Betreibers von Immobilienportalen liegt damit rund 13,3 Prozent höher als der Schlusskurs der Aktien am 9. September.
Erfolgsfaktor digitales Wachstum
Auch wenn der Preis nach Ansicht eines Händlers recht hoch erscheint, passt die Kooperation zu der digitalen Expansionsstrategie des Unternehmens. Dass sich diese auszahlt, hat DER AKTIONÄR bereits in Ausgabe 31/10 erläutert und den Titel unter anderem deshalb als Top-Tipp Konservativ empfohlen. Zu dieser Strategie passt auch die, gerade bekannt gegebene und ab kommendem Jahr in Kraft tretende, Kooperation mit SevenOne Medie bei der Vermarktung von Online-Videoinhalten. Ab 1. Januar 2011 übernimmt die ProSiebenSat.1 Tochter die exklusive Zweitvermarktung von Werbeplätzen der mehr als 20 Online-Angebote der Axel Springer-Gruppe. Diese sollen ab dann im Videonetzwerk der Münchner angeboten werden, wodurch sich die Reichweite erhöht und höhere Preise erlöst werden können.

Charttechnisch wie fundamental sehr attraktiv
Die Aktie von Axel Springer befindet sich seit Anfang 2009 in einem sehr stabilen Aufwärtstrend. Auch seit der Empfehlung des AKTIONÄRs in Ausgabe 31/10 konnte die Aktie bereits ordentlich zulegen. Bis zum Kursziel von 130 Euro besteht allerdings weiter großes Kurspotenzial. Auch fundamental ist die Aktie mit einem geschätzten KGV für 2010 von 10 und einer hohen Dividendenrendite von 5,3 Prozent attraktiv. Der Zukauf in Frankreich und die Kooperation zeigen zudem erneut, dass die aussichtsreiche Expansionsstrategie im digitalen Bereich konsequent fortgeführt wird. Das Kursziel bleibt daher bei 130 Euro. Ein Stoppkurs von 75 Euro sichert ab.