Thomas Bergmann
Gestern sorgte der Pleitekandidat Primacom an der Börse für Aufsehen. Heute ist das Immobilienunternehmen Vivacon an der Reihe. Die Gesellschaft sendet Signale, die auf eine finanzielle Rettung hindeuten könnten.
Ein Bericht in der Immobilien Zeitung (IZ) ist heute der Auslöser für die Kursexplosion bei Vivacon (hier zum Bericht). Demnach sei eine Pleite des insolvenz-bedrohten Immobilienkonzerns endgültig abgewendet. Spätestens zum vierten Quartal soll die Entschuldung der Vivacon geschafft sein. Die Aktie legt zur Stunde 80 Prozent auf 1,12 Euro zu!
Zahlen im Januar
Laut IZ will Vivacon-Vorstand Marco Meyer im Januar die endgültigen Geschäftszahlen für die Jahre 2008 und 2009 vorlegen - und jetzt auch mit Testat von Ernst & Young. Dies sei für das Blatt ein Indiz darauf, dass der Vorstand das Unternehmen "für hinreichend stabilisiert hält". Sollte die Probleme mit der NordLB aus der Welt geschafft werden können, hätte das Unternehmen nur noch zehn Millionen Euro Restschulden.
Ungereimtheiten bei NordLB
Vivacon fordert von der NordLB nach wie vor einen Sanierungsbetrag in Höhe von 2,45 Millionen Euro. Die Landesbank streitet jedoch eine entsprechende Vereinbarung ab. Außerdem geht es um den endgültigen Erlass von Schulden in Höhe von 16 Millionen Euro. Dieser Kredit wurde 2008 gewährt, damit Vivacon sich am Gebäudeverwalter Curanis beteiligen konnte.
Diese Beteiligung wurde Ende 2009 an die Berliner Consus Property Group verkauft, doch der neue Eigentümer hat bis dato die Schulden nicht übernommen. Die NordLB könnte also den Kredit wieder bei der Vivacon eintreiben.
Operativ sei Vivacon nach der Restrukturierung wieder auf einem guten Weg. Durch das Geschäft mit Erbbaurechten erlöste das Unternehmen im abgelaufenen Jahr rund 15 Millionen Euro - nur zwei Millionen weniger als in den Hochzeiten.

Pure Zockerei
Das Beispiel Primacom - die Aktie stieg gestern zwischenzeitlich um 1.200 Prozent - zeigt, welche Kursreaktionen nach solchen Meldungen möglich sind. Genauso schnell können sich die Spekulationen aber wieder in Luft auflösen (Pimacom notiert heute 63 Prozent unter dem Hoch von gestern). Wer sich an dem Spielchen mit Vivacon beteiligen will, sollte sich mit einem Stopp knapp unter einem Euro absichern.
hen Vivacon und NordLB geht es unverändert um einen von den Kölnern reklamierten Sanierungsbeitrag der Landesbank in Höhe von 2,45 Mio. Euro, der bis heute nicht geflossen ist. In Kreisen der Bank verlautet dazu, eine entsprechende Vereinbarung habe es nie gegeben. Zweiter Streitpunkt ist eine von Meyer gewünschte endgültige Entlassung seines Unternehmens aus der Schuld in einer Größenordnung von gut 16 Mio. Euro. Bei dieser geht es um einen Kredit, den die NordLB der Vivacon Anfang 2008 für den 21 Mio. Euro teuren Kauf einer 80%-Beteiligung am Gebäudeverwalter Curanis, Munster (Lüneburger Heide), gewährt hatte.
Wer übernimmt die Schulden?
Die Beteiligung ging Ende 2009 im Zuge der Sanierung der schwer angeschlagenen Vivacon an die von Rafael Korenzecher geführte Consus Property Group, Berlin. Bei der Gelegenheit wanderten auch in vier Objektgesellschaften gebündelte 736 Wohneinheiten für mehr als 20 Mio. Euro an die Berliner. Die Schuldübernahme durch Consus ist offenbar immer noch nicht vollzogen. Der Investor macht dafür die NordLB verantwortlich. Die gescholtene Bank schweigt dazu. Das Problem für die Vivacon: Sollte die Schuldübernahme durch Consus nicht zustande kommen, könnte die Bank etwaige Forderungen weiterhin an die Ursprungsschuldnerin Vivacon richten.
Wenn Marco Meyer trotz dieser Unklarheiten testierte Geschäftszahlen ankündigt, dann spricht das dafür, dass er sein massiv geschrumpftes Unternehmen für hinreichend stabilisiert hält. Die Restschulden, die die Vivacon noch bei der Postbank und der Credit Suisse hat, liegen bei deutlich unter 10 Mio. Euro. Sollte die Entschuldung bis Ende 2011 gelingen, hätte die börsennotierte Vivacon in Zusammenarbeit mit 18 Gläubigerbanken 540 Mio. Euro entschuldet.
Meyer hat die früheren Geschäftszweige Portfoliohandel, Projektentwicklung sowie Beteiligungen an Curanis und Wiag im Laufe der Sanierung abgeschnitten. Er konzentriert sich aufs Geschäft mit Erbbaurechten. 2010 bestellte die Vivacon für 1.100 Grundstücke Erbbaurechte, womit der jährliche Fluss an Erbbauzinsen von 12 Mio. auf 15 Mio. Euro stieg. Damit fehlen nur noch rund 2 Mio. Euro bis zum bisherigen Spitzenwert der Vivacon von gut 17 Mio. Euro.
Eine Pleite der Kölner Vivacon ist offenbar endgültig abgewendet. In den ersten Januarwochen des neuen Jahres will Vorstand Marco Meyer die lange angekündigten, jetzt aber erst mit Ernst-&-Young-Testat versehenen Geschäftszahlen für die Jahre 2008 und 2009 vorlegen. Für Ende Februar peilt er eine ordentliche Hauptversammlung an. Und: Spätestens bis zum vierten Quartal 2011 wird die Entschuldung der Vivacon nach Einschätzung Meyers geschafft sein - trotz letzter Unklarheiten im Fall des Gläubigers NordLB.
Eine Pleite der Kölner Vivacon ist offenbar endgültig abgewendet. In den ersten Januarwochen des neuen Jahres will Vorstand Marco Meyer die lange angekündigten, jetzt aber erst mit Ernst-&-Young-Testat versehenen Geschäftszahlen für die Jahre 2008 und 2009 vorlegen. Für Ende Februar peilt er eine ordentliche Hauptversammlung an. Und: Spätestens bis zum vierten Quartal 2011 wird die Entschuldung der Vivacon nach Einschätzung Meyers geschafft sein - trotz letzter Unklarheiten im Fall des Gläubigers NordLB.
Eine Pleite der Kölner Vivacon ist offenbar endgültig abgewendet. In den ersten Januarwochen des neuen Jahres will Vorstand Marco Meyer die lange angekündigten, jetzt aber erst mit Ernst-&-Young-Testat versehenen Geschäftszahlen für die Jahre 2008 und 2009 vorlegen. Für Ende Februar peilt er eine ordentliche Hauptversammlung an. Und: Spätestens bis zum vierten Quartal 2011 wird die Entschuldung der Vivacon nach Einschätzung Meyers geschafft sein - trotz letzter Unklarheiten im Fall des Gläubigers NordLB.