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Viel Fantasie bei Infineon: Wohin fließen die Milliarden?

Michael Schröder

Infineon verkauft seine Handchipsparte für 1,4 Milliarden Dollar an den US-Technologiekonzern Intel. Der Freudensprung der DAX-Aktie bleibt aus. Zunächst heißt es auf dem Parkett "Sell on good news". Diese Schwächephase sollte schon bald beendet sein. Analysten sehen weiter Potenzial für den Infineon-Kurs.

Schon seit Wochen war am Markt über den Verkauf spekuliert worden. Nun ist es amtlich: Infineon stößt seine Handychipsparte für 1,4 Milliarden Dollar an Intel ab. Die DAX-Aktie reagiert mit Abschlägen. Kritiker verweisen auf den zu niedrigen Verkaufspreis. Im Vorfeld machten Preise um 1,5 Milliarden Euro die Runde. Letztendlich erhält der DAX-Konzern umgerechnet aber nur 1,1 Milliarden Euro. "Damit ist der Preis enttäuschend und Anleger nehmen Gewinne mit", erklärt ein Händler.

Alle profitieren

Die mittlerweile profitable Handychipsparte machte 2009 etwa ein Drittel des Jahresumsatzes aus. Infineon will sich nach diesem strategischen Verkauf künftig stärker auf die verbleibenden Geschäfte mit Auto- und Industrie-Elektronik sowie Chipkartentechnik konzentrieren. "Alle Seiten profitieren stark von dieser Transaktion", hebt Infineon-Vorstand Peter Bauer hervor. Wireless Solutions sei auch unter Intel in der Lage, weiter zu wachsen, so der Konzernchef.

Substanzielle Ausschüttung

Doch was macht Infineon mit dem eingenommenen Geld. Harald Schnitzer von der DZ Bank hatte bereits am Freitag erklärt, dass ein Verkauf den Weg für eine substanzielle Ausschüttung an die Aktionäre oder für eine Stärkung des Kerngeschäfts durch Zukäufe ebnen würde. Vor diesem Hintergrund hat er seine Kaufempfehlung bestätigt. Auch Thomas Becker von der Commerzbank sieht weiteres Kurspotenzial. Der Verkaufspreis liege im Rahmen seiner Erwartungen, so der Analyst in einer entsprechenden Studie. Allerdings komme dieser an die zum Teil sehr ehrgeizigen Markterwartungen nicht heran. Da der Konzern für 2010 aber nun eine Dividende zahlen könnte, sieht Becker den Titel erst bei 6,60 Euro fair bewertet.


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Hoher Cashbestand

Die namhaften Großaktionäre von Infineon dürften in den kommenden Wochen auf die Ausschüttung drängen. Infineon verfügt nach der Transaktion über einen Cashbestand von mehr als zwei Milliarden Euro. Ein Teil des Verkaufserlöses könnte auch für den Aufbau neuer Kapazitäten in den verbliebenen Geschäftsbereichen genutzt werden. Zudem könnten die liquiden Mittel für Zukäufe nutzen wird. Hier machen bereits Namen wie Elmos Semiconductor oder Micronas die Runde.

Trading-Position

DER AKTIONÄR hält an seine Einschätzung fest: Risikobewusste Anleger sollten das aktuelle Kursniveau nutzen, um gegen den Trend eine Trading-Position bei Infineon zu eröffnen bzw. eine vorhandene Position aufzustocken. Die Aktie sollte sich schon bald stabilisieren und begleitet von weiteren positiven Analystenkommentare und Spekulationen um eine hohe Ausschüttungsquote einen Aufwärtsbewegung starten. Das nächste Ziel liegt im Bereich der bisherigen Jahreshöchststände. Mittelfristig bleibt das Kursziel weiter bei 8,00 Euro. Der Stopp bleibt bei 4,10 Euro sicher vorerst ab.

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