Markus Horntrich
Schlechte Nachrichten für die Bioethanolhersteller Verbio und Cropenergies. Die bundesweite Einführung von E10 soll vorerst gestoppt werden. Beide Aktien brechen heute deutlich zweistellig ein. Wie sollen sich investierte Anleger nun verhalten?
Nach den massiven Absatzproblemen mit dem neuen Biosprit E10 wird die bundesweite Einführung vorläufig gestoppt. "Das System platzt sonst", sagte der Hauptgeschäftsführer des Minerölwirtschaftsverbandes (MWV), Klaus Picard, der Deutschen Presse-Agentur. Grund seien die Versorgungsengpässe bei anderen Benzinsorten, die wegen des Käuferstreiks bei E10 verstärkt getankt werden. Bisher wurde E10 bei knapp der Hälfte der bundesweit 15.000 Tankstellen eingeführt.
E10 kommt, nur etwas später
Die Verzögerung der Einführung wird sicherlich Auswirkungen haben, jedoch handelt es sich nach aktuellem Stand lediglich um eine Verzögerung. Wie lange das dauert und wie hoch der finanzielle Schaden für die Hersteller ist, lässt sich aktuell schwer bewerten. Dass E10 früher oder später kommt gilt weiterhin als sicher insofern erscheint der Kurseinbruch bei Verbio und Cropenergies übertrieben und hat eher psychologische Gründe.
Bereits im Vorfeld der Entscheidung sagte CropEnergies-Finanzchef Joachim Lutz, dass seine Firma durch die Debatte keinen Umsatzrückgang registriere. Weder Cropenergies noch Verbio sind auf den neuen Kraftstoff angewiesen, da alle Benzinsorten bis zu fünf Prozent Ethanol enthalten. Die Aussichten für Umsatz und Ergebnis sind daher weiterhin gut.


Kühlen Kopf bewahren
Investierte Anleger sollten auf dem aktuellen Niveau sowohl bei Verbio als auch bei Cropenergies kühlen Kopf bewahren. Die heutigen Kursverluste stellen eine klare Übertreibung nach unten dar und bieten eher eine Einstiegschance. Beispielhaft in dieser Hinsicht ist Cropenergies-Finanzchef Lutz: Der hat laut aktueller Director-Dealings-Meldung zu 5,20 Euro für knapp 10.000 Euro Cropenergies-Aktien gekauft, nicht auszuschließen dass weitere Käufe folgen.