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USU Software: EBIT wird deutlich ausgebaut

Markus Horntrich

Im Schlussquartal hat die USU-Gruppe deutlich aufgeholt: Bei einem Umsatzzuwachs von 35 Prozent auf 10,2 Millionen Euro konnte der Hersteller von Software zur IT-Optimierung das EBITDA mit 1,0 Millionen Euro fast als verdoppeln. Im Gesamtjahr 2008 erzielte die USU-Gruppe nach vorläufigen Zahlen einen Konzernumsatz von 34 Millionen Euro. Bedingt durch strategische Investitionen und eine Steuernachzahlung konnte das EBITDA den guten Gesamtwert von 2007 mit 3,5 Millionen Euro dennoch nicht erreichen. Für 2009 und die nachfolgenden Jahre ist der Vorstandsvorsitzende Bernhard Oberschmidt jedoch sehr optimistisch, wie er im Interview mit dem AKTIONÄR erläutert.

Im Schlussquartal hat die USU-Gruppe deutlich aufgeholt: Bei einem Umsatzzuwachs von 35 Prozent auf 10,2 Millionen Euro konnte der Hersteller von Software zur IT-Optimierung das EBITDA mit 1,0 Millionen Euro fast als verdoppeln. Im Gesamtjahr 2008 erzielte die USU-Gruppe nach vorläufigen Zahlen einen Konzernumsatz von 34 Millionen Euro. Bedingt durch strategische Investitionen und eine Steuernachzahlung konnte das EBITDA den guten Gesamtwert von 2007 mit 3,5 Millionen Euro dennoch nicht erreichen. Für 2009 und die nachfolgenden Jahre ist der Vorstandsvorsitzende Bernhard Oberschmidt jedoch sehr optimistisch, wie er im Interview mit dem AKTIONÄR erläutert.

DER AKTIONÄR: Herr Oberschmidt, bitte beschreiben Sie in kurzen Worten unseren Lesern Ihr Geschäftsmodell.

Bernhard Oberschmidt: Kurz gesagt, wir helfen dem CIO, also dem IT-Manager unseres Kunden, beim Sparen. Aber es geht nicht nur um das Minimieren von Kosten, sondern vor allem auch darum, das Geschäft durch neue Technologien und effizient unterstützte Prozesse zu forcieren. Wir sehen uns mit unseren Produkten und Services an der Nahtstelle zwischen der technischen und der kaufmännischen Welt. Unser Ziel ist die bestmögliche Wertschöpfung der IT für das Geschäft unserer Kunden. Betrachten wir zum Beispiel das Thema Ausfallkosten bei einem IT-Stillstand: Bei Amazon betragen diese beispielsweise eine Million Dollar pro Stunde, bei einem Bankrechenzentrum entsteht ein Schaden von 2,5 Millionen Dollar pro Stunde, und beim Online-Shopping liegen die Ausfallkosten immer noch bei 100.000 Dollar. Auch kleinere Systemdefekte können rasch unakzeptable Größenordnungen erreichen, vom Imageschaden oder möglichen Kundenverlusten ganz abgesehen. Daher kümmern wir uns auch um die Hochverfügbarkeit geschäftskritischer Systeme.

DER AKTIONÄR: Wie konjunkturresistent ist Ihrer Meinung nach das USU-Geschäftsmodell?

Bernhard Oberschmidt: Gerade in Krisenzeiten dürften die von uns adressierten Themen für ein effektives Business Service Management punkten. Denn es geht zum Beispiel um verringerte Geschäftsrisiken, geringere Ressourcen etwa für Audits und mehr Kundenzufriedenheit. Betrachten wir noch einmal die Aufwände: die Informationstechnologie bildet in vielen Unternehmen nach den Personalkosten den zweitgrößten Kostenblock. Mehr Transparenz in ihrem IT-Bestand ermöglicht Organisationen eine bessere Steuerung ihrer Prozesse. In der Praxis lässt sich dadurch bis zu einem Drittel der operativen IT-Kosten einsparen, das sind in der Regel sieben bis achtstellige Beträge.

 

DER AKTIONÄR: Sind Sie mit dem Verlauf des vergangenen Geschäftsjahres zufrieden?

Bernhard Oberschmidt: Ich denke, es gibt immer Verbesserungspotenzial, natürlich auch bei USU. Dass wir trotz gezielter Investitionen in unsere Softwareprodukte sowie steuerlicher Belastungen aus der Betriebsprüfung, gegen die wir umgehend Einspruch einlegten, alles in allem den höchsten Umsatz der Firmenhistorie sowie ein ordentliches operatives Ergebnis erzielt haben, ist für mich allerdings in der Tat ein bemerkenswerter Erfolg. Dieser stimmt auch positiv für das laufende Geschäftsjahr, in dem diese außergewöhnlichen Kosten wegfallen werden

 

 

USU-Chef Bernhard Oberschmidt: "Rein rechnerisch könnten wir mit unserer Liquidität die Hälfte unserer Aktien zurückkaufen."

DER AKTIONÄR: Wie konjunkturresistent ist Ihrer Meinung nach das USU-Geschäftsmodell?

Bernhard Oberschmidt: Gerade in Krisenzeiten dürften die von uns adressierten Themen für ein effektives Business Service Management punkten. Denn es geht zum Beispiel um verringerte Geschäftsrisiken, geringere Ressourcen etwa für Audits und mehr Kundenzufriedenheit. Betrachten wir noch einmal die Aufwände: die Informationstechnologie bildet in vielen Unternehmen nach den Personalkosten den zweitgrößten Kostenblock. Mehr Transparenz in ihrem IT-Bestand ermöglicht Organisationen eine bessere Steuerung ihrer Prozesse. In der Praxis lässt sich dadurch bis zu einem Drittel der operativen IT-Kosten einsparen, das sind in der Regel sieben bis achtstellige Beträge.

 

DER AKTIONÄR: Sind Sie mit dem Verlauf des vergangenen Geschäftsjahres zufrieden?

Bernahrd Oberschmidt: Ich denke, es gibt immer Verbesserungspotenzial, natürlich auch bei USU. Dass wir trotz gezielter Investitionen in unsere Softwareprodukte sowie steuerlicher Belastungen aus der Betriebsprüfung, gegen die wir umgehend Einspruch einlegten, alles in allem den höchsten Umsatz der Firmenhistorie sowie ein ordentliches operatives Ergebnis erzielt haben, ist für mich allerdings in der Tat ein bemerkenswerter Erfolg. Dieser stimmt auch positiv für das laufende Geschäftsjahr, in dem diese außergewöhnlichen Kosten wegfallen werden.

DER AKTIONÄR: Welche außergewöhnlichen Kosten haben im vergangen Jahr das Ergebnis konkret gedrückt?

Bernhard Oberschmidt: Wie bereits erwähnt, fielen im Rahmen unserer Produktoffensive Zusatzaufwendungen für die Neu- und Weiterentwicklung der USU-Softwareprodukte wie die neu entwickelten, mittelstandsbezogenen Expressversionen von Valuemation und USU-KnowledgeCenter an. Zudem entstanden Mehraufwendungen in Form von zusätzlichen Entwicklungs- und Beratungsleistungen für ein Festpreisprojekt, welches auch Zusatzpotenzial für 2009 bietet. Des Weiteren erfolgte der systematische Ausbau der Fortbildungsaktivitäten für die Mitarbeiter der Gesellschaft. Sämtliche in diesem Zusammenhang angefallenen Zusatzkosten erachte ich dabei als Investition in die Zukunft, um gestärkt aus der aktuellen Wirtschaftskrise hervorzugehen. Neben diesen investitionsbedingten Zusatzkosten beeinflussten steuerliche Sondereffekte aus den Ergebnissen der Betriebsprüfung für die Jahre 2000 bis 2004 das Konzernergebnis. Im Zuge dieser Betriebsprüfung ergaben sich steuerliche Erstattungen und Rückzahlungen, die nach IFRS unterschiedlich zu erfassen sind: während die Erstattungen ergebnisneutral mit dem Eigenkapital verrechnet werden mussten, wirkten sich die aufwandswirksamen Rückzahlungen belastend auf das Ergebnis aus. Per Saldo wurden dabei etwa 0,5 Millionen Euro aufwandswirksam erfasst. Die Gesellschaft hat gegen die Entscheidung der Steuerbehörde Einspruch eingelegt und erwartet eine Rückerstattung, die sich positiv auf das Ergebnis 2009 oder später auswirken würde.

 

DER AKTIONÄR: Wie beurteilen Sie denn selbst Ihre Kundenstruktur, nachdem Sie unter Ihren 500 Kunden viele Blue Chips haben?

Bernhard Oberschmidt: Auch wenn inzwischen niemand mehr sagen kann, welches Unternehmen in welcher Art und Weise von der globalen Wirtschaftskrise betroffen ist, denke ich persönlich, dass wir mit unserer Kundenstruktur im aktuellen Umfeld sehr gut aufgestellt sind. Unternehmen wie die Deutsche Telekom und ihre Tochtergesellschaften, Wüstenrot & Württembergische, VR Kreditwerk, Fiducia, Allianz, BHF-Bank oder ZDF stehen für Solidität und Stabilität – auch bezüglich unserer Geschäftsbeziehungen. Wir leben in konjunkturell schwierigen Zeiten sehr stark von dem Bestandskundengeschäft und profitieren aktuell entsprechend davon. Dennoch wollen wir die sich bietenden Wachstumsoptionen aus dem Neukundengeschäft nutzen – sowohl im In- als auch insbesondere im Ausland.

 

DER AKTIONÄR: Sie streben im laufenden Jahr die Internationalisierung – auch in Übersee - an. Wollen Sie damit den Anlegern sagen, dass Ihre Marktchancen in Europa ausgeschöpft sind?

Bernhard Oberschmidt: Ganz im Gegenteil – deshalb bauen wir ja neben den bestehenden Präsenzen in Italien, Österreich und der Schweiz maßgeblich die Regionen Großbritannien, Skandinavien, BeNeLux und Osteuropa neu auf, da wir auch hier als einziger europäischer Anbieter einer kompletten Software-Suite für das Business Service Management die Marktführerschaft erreichen wollen. Unser Wettbewerb – neben BMC Software und IBM sind dies vor allem Hewlett Packard und Computer Associates – befindet sich nahezu ausschließlich in den USA und hat sich das Portfolio vor allem durch Akquisitionen kleinerer Anbieter zusammengekauft. Umso wichtiger ist es, dass wir die Regionalität in Europa nutzen und uns insofern auf unseren ureigensten Kernmarkt konzentrieren. Erste Großprojekte konnten wir bereits in Italien abschließen – unter anderem bei den beiden größten Unternehmen Poste Italiane und Ferrovie dello stato, der italienischen Bahn. Auch von unabhängigen Marktforschungsinstituten wie Gartner, Forrester oder ECP wird das USU-Portfolio im internationalen Vergleich ausgezeichnet. Unsere Produkte sind insofern reif für den europäischen Markt und sie helfen den Unternehmen, Kosten zu sparen – umso wichtiger ist es, schnellstmöglich die sich bietenden Chancen zu nutzen. Natürlich werden wir die bestehenden Aktivitäten in den USA und Arabien nicht aufgeben – das Hauptaugenmerk liegt allerdings klar auf Europa.

 

DER AKTIONÄR: Die Analysten, die Sie covern, erwarten eine knapp 5-prozentige Steigerung im Umsatz auf circa 34,2 Millionen Euro, und ein EBIT von 1,2 Millionen Euro für das laufende Jahr. Halten Sie diese Zahlen für realistisch?

Bernhard Oberschmidt: Wir haben die angepassten Erwartungen der Analysten von GBC gemäß den vorläufigen Zahlen mit einem Umsatz von 34 Millionen Euro und einem EBIT von einer Million Euro übertreffen können, so dass wir schon im Geschäftsjahr 2008 nahe an die 2009er Prognosen herangekommen sind. Für die kommenden zwei Jahre haben wir uns als Ziel gesetzt, bei einer sich im zeitlichen Verlauf stabilisierenden konjunkturellen Entwicklung wie im Geschäftsjahr 2008 ein über dem Durchschnitt der relevanten Marktsegmente liegendes Umsatzwachstum zu erzielen. Insofern sind die angesprochenen fünf Prozent Umsatzsteigerung nicht unrealistisch. Dabei soll das operative Ergebnis deutlich ausgebaut werden – was durch die wegfallenden Sonderbelastungen gleichfalls erreichbar erscheint. Ob dies bereits im laufenden Geschäftsjahr zu einer Verdoppelung des EBIT führen wird, liegt unter anderem auch an den Erfolgen aus dem internationalen Partnergeschäft, welches wir aktuell stark ausbauen. Dieses soll bereits in 2010 einen Umsatzanteil von 15 Prozent (2008: 6,7 Prozent) erbringen – und spätestens dann erwarten wir einen weiteren signifikanten Ergebnisanstieg.

 

DER AKTIONÄR: Das Eigenkapital beträgt circa 86 Prozent der Bilanzsumme, der Buchwert der Aktie 4,35 Euro. Worauf führen Sie das krasse Missverhältnis zwischen Kurs und Buchwert zurück?

Bernhard Oberschmidt: Dieses Missverhältnis spiegelt sich ja nicht nur beim Buchwert wider – auch unsere Dividendenrendite wird mit einer geplanten Ausschüttung von 15 Cent bei einem aktuellen Aktienkurs von etwa 1,9 Euro bei circa acht Prozent liegen. Zudem verfügte USU zum 31. Dezember 2008 über eine Konzernliquidität von knapp 10 Millionen Euro – nahezu die Hälfte der Marktkapitalisierung – und das bei keinerlei Bankverbindlichkeiten. Die Veröffentlichung der jüngsten vorläufigen Geschäftszahlen inklusive der vorgenannten Fakten sollte aus meiner Sicht zu mehr Vertrauen im Markt führen und sich mittelfristig entsprechend positiv auf den Aktienkurs niederschlagen.

 

DER AKTIONÄR: Haben Sie Ihren Anteil von eigenen Aktien von 3,03 Prozent noch weiter aufgestockt oder wird USU das Rückkaufprogramm weiter fortsetzten?

Bernhard Oberschmidt: Aktuell wollen wir die Liquidität für Investitionen und, sofern sich potenzielle Akquisitionsoptionen bieten, für Unternehmensbeteiligungen oder –zukäufe nutzen, um unsere Marktposition im europäischen BSM-Markt weiter auszubauen. Dennoch möchte ich bei dem aktuellen Kursniveau eine Fortsetzung des Aktienrückkaufprogramms nicht ausschließen. Immerhin könnten wir mit unserer Liquidität beim derzeitigen Kurs der USU-Aktie – ohne Berücksichtigung der rechtlichen 10-Prozent-Grenze beim Aktienrückkauf – rein rechnerisch die Hälfte der Aktien der Gesellschaft zurückkaufen. Auch hier zeigt sich wieder die extreme Unterbewertung der USU-Aktie.

 

DER AKTIONÄR: Wie hoch ist der Anteil institutioneller Fonds in der USU Aktionärsstruktur nach Ihrem Erkenntnistand derzeit noch?

Bernhard Oberschmidt: Unsere institutionellen Investoren sind nicht von der aktuellen Krise verschont worden und so gab es vor allem im Oktober 2008 größere Abgaben von dieser Seite. Einige Aktienpakete wurden dabei von unseren Aufsichtsräten übernommen, bevor auch diese Aktien hätten zwangsliquidiert werden müssen. Dadurch konnte für alle Beteiligten ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt werden. Andere Fonds haben demgegenüber größere Pakete in den Markt gegeben, die zu einem deutlichen Druck auf die Aktie führten. Die Folge ist die bereits beschriebene Situation, dass wir nicht einmal mehr mit der Hälfte unseres Buchwertes bewertet werden, die Hälfte der USU-Marktkapitalisierung allein durch die Konzernliquidität abgedeckt ist und wir eine aktuelle Dividendenrendite von acht Prozent aufweisen. Nach meinem aktuellen Kenntnisstand sind derzeit noch zwei größere Fonds bei USU mit circa fünf Prozent investiert. So wie wir derzeit im Markt aufgestellt sind, glaube ich, dass wir nicht nur für diese Anteilseigner ein interessantes Investitionsobjekt darstellen, sondern auch für alle anderen potentiellen Investoren, die an einem Cash-Wert mit hoher Dividendenrendite interessiert sind.

 

DER AKTIONÄR: Herr Oberschmidt, vielen Dank für das Gespräch.

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