US-Markt bleibt stark: BMW, Daimler und VW im Blick
Die Amerikaner haben trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten Lust auf neue Autos. Im August stiegen die Verkäufe in den USA um 20 Prozent auf 1,3 Millionen Fahrzeuge. Aber nicht alle Autohersteller konnten davon profitieren. Wie haben sich BMW, Daimler und VW geschlagen?
Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten werden wieder mehr Autos verkauft. Trotz einer weiterhin vergleichsweise hohen Arbeitslosigkeit, weltwirtschaftlicher Unsicherheiten und der Schuldenkrise beim wichtigen Handelspartner Europa leisten sich die US-Amerikaner neue Fahrzeuge. Im August stiegen die Verkäufe demnach um 20 Prozent auf 1,3 Millionen Stück, wie die Marktforschungsfirma Autodata aus den am Dienstag veröffentlichten Zahlen der Hersteller errechnete.
BMW meldet Absatzminus
Doch nicht alle Hersteller haben davon profitiert. Trotz der starken MINI-Verkäufe ist der US-Absatz von BMW gesunken. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum sank der Absatz um 5,7 Prozent auf 22.533 Autos. Dabei brach der Absatz der Marke BMW um fast ein Fünftel ein. Selbst die um 83,9 Prozent auf 5.718 Fahrzeuge gestiegenen MINI-Verkäufe konnten das nicht kompensieren. Die Analysten von HSBC haben die Aktie heute von "Overweight" auf "Neutral" abgestuft und das Kursziel von 67 auf 60 Euro gesenkt. Der Autobauer könnte sich 2013 und 2014 mit einem gewissen Preisdruck bei gleichzeitig steigenden Kosten konfrontiert sehen.

Daimler legt zu
Dagegen hat Daimler die Pkw-Verkäufe in den USA im August deutlich gesteigert. Insgesamt wurden mit 23.439 Fahrzeugen 13,1 Prozent mehr Autos abgesetzt. Die Verkäufe von Fahrzeugen der Marke Mercedes stiegen um 11,3 Prozent auf 20.557 Stück. Vom Smart wurden mit 753 Einheiten 85,9 Prozent mehr verkauft als im August 2011.

Volkswagen außer Rand und Band
Der Autobauer Volkswagen hat seinen höchsten US-Absatz für den August seit fast 40 Jahren gefeiert. Die Verkäufe kletterten um 62,5 Prozent auf 41.011 Autos. Zudem haben die Wolfsburger am Dienstag den Golf 7 vorgestellt. "Das mit Abstand wichtigste Fahrzeug ist und bleibt der Golf", sagte VW-Chef Martin Winterkorn. Der Golf 7 ist auch deshalb von großer Bedeutung für VW, weil er nach dem neuen A3 der Tochter Audi das erste Modell der Kernmarke VW-Pkw ist, das mit der Produktionstechnik des Modularen Querbaukastens gebaut wird.

Autobauer im Check
Die Aktie von BMW ist mit einem 2012er KGV von 7 nach wie vor günstig. Die jüngsten US-Absatzzahlen haben allerdings enttäuscht. Investierte Anleger beachten den Stopp bei 45 Euro.
Daimler ist im Premium-Segment weltweit bestens aufgestellt und mit der neuen A-Klasse hat der Konzern ein heißes Eisen im Feuer. Auf lange Sicht bleibt die Daimler-Aktie ein Kauf.
Die VW-Aktie hat vor wenigen Tagen den Aufwärtstrend gebrochen. Inzwischen ist auch die horizontale Unterstützung bei 140 Euro gebrochen worden. Die Aktie ist derzeit zwar günstig, technische jedoch angeschlagen. Ein Stopp bei 127,50 Euro sichert ab.
Mit Material von dpa-AFX.
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