Martin Weiß
Die Aktie des Glasfaserspezialisten verteidigt ihre Kursgewinne vom Morgen. Bank Berenberg sieht damit das Potenzial aber noch nicht ausgereizt, denn im direkten Peer-Group-Vergleich sei das Papier günstig bewertet.
In der aktuellen Kaufstudie sieht Analyst Zhancheng Li den Telekomausrüster gut aufgestellt, um vom starken Wachstum beim mobilen Internet und Cloud Computing zu profitieren. Über den US-Partner Juniper Networks könnten sich die Münchner zudem Zugang zu den großen amerikanischen Carriern verschaffen. Nicht erwähnt, aber trotzdem vorhanden: Die Chance, dass die Amerikaner ihre Beteiligung an den Süddeutschen aufstocken - oder ADVA gleich ganz übernehmen.
Günstige Bewertung
Die fundamentale Bewertung macht einen Deal attraktiv. Gemessen am direkten Konkurrenten, der US-Firma Ciena, erscheint ADVA Optical mit einem KGV von 12 auf Basis der für 2012 geschätzten Gewinne günstig. Den Branchendurchschnitt gibt Bank Berenberg mit 16 an, den von Ciena sogar mit 24.

Mögliche Überraschung
Selbst für den Fall, so der zuständige Analyst, dass die ADVA-Aktie das Kursziel von 6,20 Euro erreiche, würde der Titel lediglich im Branchenschnitt bewertet.
Auch was die Aussichten für das laufende Jahr betrifft, ist Zhancheng Li zuversichtlich. In der Analyse schreibt er: "Nach einem schwachen Start ins Jahr prognostiziert ADVA [...] ein Umsatzwachstum für Q2 von 8,5 Prozent. Trotz des Umsatzrückgangs bei zwei Kunden ist es ADVA gelungen, den Umsatz in Q1 um elf Prozent zu steigern. Wir gehen davon aus, dass ADVA die Schätzungen für Q2 erfüllen oder sogar übertreffen wird [...]".
In die Karten spielt den Münchnern dabei das hohe Wachstum im globalen Datenverkehr, das die Telekomfirmen zwingt, in ihre Infrastruktur zu investieren. Der Analyse zufolge rechnet Cisco Systems mit einem Anstieg des Datenaufkommens bis 2015 auf 6,3 Exabytes, nach 0,24 Exabytes im Jahr 2010. Die Steigerung entspricht einer CAGR von 90 Prozent.