United Internet: Millionen-Abschreibung belastet Aktie
Die UI-Aktie zählt am Montag zu den schwächsten Titeln im TecDAX, kann sich am Nachmittag aber von ihren Tiefs lösen. Der Kursverlust eröffnet Investoren eine interessante Einstiegschance.
Die Aktien von United Internet haben am Montag deutlich unter Abschreibungen gelitten. Am Nachmittag gaben die zuletzt gut gelaufenen Titel des Internetdienstleisters um 1,8 Prozent auf 14,74 Euro nach und gehören damit zu den schwächsten Werten im TecDax. Der Auswahlindex für deutsche Technologiewerte gewann zeitgleich 0,9 Prozent.
Einmalige Sache
United Internet (UI) muss wegen der Probleme bei der Internetwerbe-Tochter Sedo eine Belastung in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe verkraften. Wie das Unternehmen am Samstag mitgeteilt hatte, schrieb seine 79,45-prozentige Beteiligung 60,3 Millionen Euro auf Firmenwerte ab. Grund sei, dass zu hohe Erwartungen an das Sedo-Geschäft mit Werbung auf ungenutzten Internetseiten gelegt worden seien. In der Bilanz der Mutter United Internet schlagen diese Abschreibungen mit 46,3 Millionen Euro durch.

Analysten reagierten auf die Nachricht unterschiedlich. Während die Commerzbank ihr "Buy" für die Aktie erneuerte, reduzierte Equinet das Votum um eine Stufe auf "Accumulate". Nach Einschätzung der DZ-Bank sei die Abschreibung für UI angesichts eines jährlichen EBITDA von mehr als 300 Millionen Euro hingegen "kaum von Bedeutung".
DER AKTIONÄR sieht in dem überraschenden Rückgang bei UI eine unverhoffte Einstiegschance. Der größte unabhängige Internetdienstleister Europas verfügt über eine solide Bilanz und bietet zudem Wachstumsperspektiven.
Für das zweite Quartal 2012 lauten die aktuellen Schätzungen laut Bloomberg auf Umsatzerlöse von 590 Millionen Euro und ein EBITDA von 77,6 Millionen Euro. Das besondere Interesse bei der Zahlenvorlage am 14. August gilt der Entwicklung im DSL-Geschäft und beim mobilen Internet.
Für Q1 hatte UI einen Anstieg bei DSL-Komplettpaketen auf 2,58 Millionen Verträgen gemeldet und beim mobilen Internet auf 0,94 Millionen. Insgesamt betreute der Konzern zum Stichtag 4,24 Millionen Kunden in seiner Access-Sparte(DSL, MI, Schmalband), ein Plus von 530.000 Verträgen gegenüber dem ersten Quartal 2011.
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