Martin Weiß
Mit einer ganzen Reihe an neuen Mobilfunkprodukten will Europas größter unabhängiger Internetdienstleister seine Position bei Mobile-Geräten ausbauen. Analysten befürchten einen Preiskampf in der Branche.
Die Anleger bei United Internet (UI) können gute Nachrichten gebrauchen: Die Aktie des Internetdienstleisters ist trotz der soliden Geschäftsentwicklung in den vergangenen Wochen unter die Räder gekommen (wie so viele andere Titel auch) und hat seit ihrem Hoch im Frühjahr 29 Prozent an Wert eingebüßt. Am Mittwoch stellte der Konzern nun zahlreiche neue Tarifmodelle für den Mobile-Markt vor, die alle eines gemeinsam haben: Kampfpreise.
Analysten sehen 60 Prozent Kurschance
SES Research hat die neuen Mobilfunkprodukte, darunter die 1&1 All-Net-Flat Rate für monatlich 29,90 Euro, genauer unter die Lupe genommen und schreibt dazu in einer Studie: "Der Tarif liegt jedoch deutlich unter den bisher in Deutschland günstigsten vergleichbaren Tarifen von ca. 50 bis 60 Euro pro Monat". SES rechnet daher mit der Möglichkeit eines Preiskriegs in der Branche.

Die Analysten kommen zu dem Schluss, dass sich UI als zusätzlicher Mobilfunkanbieter positioniert und mit Kampfpreisen auf Kundenfang geht. Insgesamt, so heißt es, hätte die Firma gute Chancen, über die eigenen Internet-Vertriebskanäle schnell einen Kundenstamm aufzubauen.
SES bestätigte das Kursziel für die UI-Aktie von 14,50 Euro und die Einschätzung "Kaufen".
DER AKTIONÄR bewertet den Vorstoß von UI ebenfalls positiv. Kurzfristig könnte es charttechnisch nach dem Bruch der horizontalen Unterstützungslinie noch einmal rumpeln und das Tief vom Dezember 2009 bei 8,20 Euro getestet werden. Angesichts der soliden Geschäftsentwicklung und der günstigen Bewertung der Titel (2010er-KGV: 11) dürfte sich spätestens zu diesem Zeitpunkt aber ein Einstieg lohnen.