Unglückstag für Solarworld und Centrotherm; Solarexperte sieht keine Erholung der Nachfrage
Der Ausverkauf im Solarsektor geht weiter. Solarworld und Centrotherm sind am Freitag besonders unter Druck geraten. Belastend wirkt sich der neue Italien-Deckel aus. Eine Erholung der Nachfrage zeichnet sich nicht ab.
Freitag der 13. Solarworld verliert vier Prozent und Centrotherm sogar knapp zehn Prozent an Wert. Doch der Ausverkauf im Solarsektor ist nicht einfach nur Pech. Hauptgrund bleiben Überkapazitäten und die Kürzung staatlicher Unterstützungen. Nachdem die deutsche Regierung nach einem 2011er-Zubau von 7,5 GW nun pro Kalenderjahr nur noch einen Zubau von 2,5 bis 3,5 GW anstrebt, ziehen andere Länder nach. Italien - hier wurden 2011 noch mehr GW als in Deutschland installiert - hat nun ebenfalls einen Deckel von zwei bis drei GW beschlossen. Der im letzten Jahr größte Absatzmarkt würde sich damit mehr als halbieren.
Keine Verbesserung
Trotz aktueller Vorzieheffekte droht damit in Europa ein deutlicher Einbruch im zweiten Halbjahr. Die neuen Wachstumsmärkte wie China, USA und Brasilien dürften dies nur schwer auffangen können. Die meisten Solarmodulhersteller haben daher die Erweiterung ihrer Kapazitäten gestoppt. Solarexperte Wolfgang Hummel sagte dem AKTIONÄR: „Angesichts der Überkapazitäten im Solarmarkt besteht gegenwärtig große Käuferzurückhaltung im Zielmarkt China und Taiwan. Für die nächsten zwei Quartale sehen wir keine Verbesserung der Nachfrage für Solarmaschinen." Mehr zu Centrotherm lesen Sie in der heute Abend als ePaper erscheinenden Ausgabe des DER AKTIONÄR.
Steiler Abwärtstrend
Auch bei Solarworld ist der Abwärtstrend voll intakt. Die psychologisch wichtige 2-Euro-Marke ist am Freitag ohne Widerstand gefallen. Schnäppchenjäger sollten noch abwarten und ihr Pulver trocken halten. Zumal der Solarmodulhersteller derzeit mit vielen Problemen (siehe auch: "Bilanz-Zündstoff") kämpft.

300 Prozent Short-Gewinne
Selbst der Wechselrichter-Weltmarktführer SMA Solar dürfte weiterhin unter Margendruck leiden. Die Short-Empfehlung mit der WKN RBS 78S (Plus 30 Prozent) bleibt ein Kauf. Auch der in diesem Aktienreport empfohlene Put auf First-Solar ist weiter aussichtsreich.
Sogar Trina Solar kommt am Freitag erneut unter Druck (- 2,0 Prozent). Der Rebound droht schon früh an Kraft zu verlieren bzw. im Keim zu ersticken. Etwaig investierte Zocker sollten daher unbedingt einen engen Stoppkurs einhalten.
Q-Cells ("Lernen von Apple") ist nach der Beantragung der Insolvenz ein Verkauf.
Der Autor dieses Artikels hatte sich unlängst Interview mit dem DAF zu Q-Cells und Solarworld geäußert.
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