Übernahme-Fight bei Artnet: Jetzt wird Klartext geredet
Bei Kämpfen um die Macht in Unternehmen geht es oft ruppig zu. Wie beim Internet-Kunstdatenportal Artnet. Redline und Weng Fine Arts haben jüngst über zehn Prozent der Aktien eingesammelt und wollen mehr.
Wer hat künftig das Sagen bei Artnet? Diese Frage wird wohl in den nächsten Tagen entschieden werden. Und die rivalisierenden Lager nehmen kein Blatt vor den Mund. Redline und Weng Fine Arts haben jüngst über zehn Prozent der Aktien eingesammelt und wollen mehr. Das Auftreten ist direkt und offensiv. Weng-Gründer Rüdiger Weng sagte nun dem AKTIONÄR: "Ich habe mir vorgenommen, die Firma Artnet nach mehr als 12 Jahren vom Joch der Familie Neuendorf zu befreien. Die Gesellschaft, die eigentlich gut positioniert ist wird von dieser Familie zum Zwecke der persönlichen Bereicherung missbraucht."
Artnet kontert
Das Artnet-Management (ca. 26 Prozent der Aktien) sieht das anders. Jacob Pabst, Nachfolger des Firmenchefs Hans Neuendorf sagte dem AKTIONÄR: "Ich habe mich auch diesen Aktionären immer sehr offen und kooperationsbereit gezeigt, als Antwort nur Drohungen und Forderungen erhalten aber nie konkrete und konstruktive Vorschläge zu einer möglichen Zusammenarbeit. Die Behauptungen über Artnet und sein Management sind falsch und feindselig. Sie haben Artnet seit Monaten in der Öffentlichkeit schlecht gemacht und dann den niedrigen Kurs genutzt."
Es wird spannend: Auf der am 8. August in Berlin stattfindenden Hauptversammlung dürfte sich entscheiden, welche der beiden Parteien die Mehrheit der Aktien bzw. Aktionäre auf seine Seite bringt.
Mehr aktuelle Informationen zu Artnet und weiteren Übernahmechancen lesen Sie in der gerade als ePaper erschienenen Ausgabe 21/2012.
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