Florian Söllner
Die AKTIONÄR-Spekulation scheint aufzugehen: Ein Großaktionär kauft massiv weiter Aktien der Analytik Jena AG. Die reinrassige Technologieaktie bleibt ein klarer Kauf.
Zuspitzung bei Analytik Jena. Es sieht nach einem feindlichen Übernahmeversuch aus. Gerade wurde gemeldet, dass der holländische Pumpenhersteller Verder bereits 16,91 Prozent der Stimmrechte besitzt. Anfang Dezember hatte Verder Montega zufolge erst rund 12 Prozent der Aktien in Besitz gebracht. Damit wurden innerhalb weniger Tage rund fünf Prozent der Anteile eingesammelt. Der Großaktionär greift damit offenbar selbst bei Kursen von 10,50 Euro noch beherzt zu. Ziel dürfte mindestens die Sperrminorität bei 25 Prozent sein.
Eine Entwicklung, die bei Analytik-Jena-Chef Klaus Berka die Alarmglocken schrillen lässt. Schließlich meint es Verder ernst. Bereits 2008 wurde ein Übernahmeangebot zu 7,50 Euro je Aktie für seine Firma abgegeben - was damals vom Management (37 Prozent der Anteile) abgelehnt wurde. Es ist wohl kein Zufall, dass Berka - der jeden Kommentar zu Übernahmegerüchten ablehnt - in den letzten Wochen neben Frankfurt auch nach Luxemburg und Paris reiste, um Investoren und Analysten auf die gute Entwicklung hinzuweisen. Denn ein steigender Aktienkurs beziehungsweise der Abbau der Unterbewertung wäre eine gute Abwehrstrategie. Eine andere Möglichkeit wäre der Einstieg eines "weißen Ritters". So sagte ein Brancheninsider dem AKTIONÄR, dass die deutsche Hightech-Firma gerade für US-Konkurrenten wie Thermo Fischer oder PerkinElmer ein klarer "Wunschkandidat" sei.
Analytik Jena: Analyse bestanden
Man muss die Analytik-Jena-Aktie nicht in einen von ihr gebauten Atomabsorptionsspektrometer legen, um zu erkennen, was in ihr steckt. Neben dem günstigen 2012er-KGV von 10 gefällt das Potenzial für Margen- und Umsatzwachstum.
DER AKTIONÄR hatte Analytik Jena in der Ausgabe 51/2011 als "Top-Tipp Spekulativ" empfohlen mit dem Hinweis: "Hauptimpuls für Kursgewinne könnten weitere Käufe des Aktionärs Verder sein." Genau das ist nun geschehen. Es darf darauf spekuliert werden, dass andere Großaktionäre nun verhindern wollen, dass Verder weitere Aktien günstig einsammelt und ebenfalls zugreifen - Kursgewinne wäre damit vorprogrammiert. Egal von welcher Seite man sie beleuchtet: Die Aktie ist derzeit ein lupenreiner Kauf. Ziel 15,00 Euro; Stopp 7,70 Euro.