Übernahme! Milliardär greift nach Artnet
Die AKTIONÄR-Empfehlung Artnet gehört am Montag zu den wenigen Gewinnern. Grund ist die Ankündigung von Redline Capital, ein Übernahmeangebot zu machen. Das Papier bleibt attraktiv.
Paukenschlag. Der Berliner Kunstdatenanbieter Artnet könnte geschluckt werden. Am Nachmittag teilte der Vermögensverwalter Redline die Absicht mit, ein freiwilliges Übernahmeangebot zu machen. Ein konkretes Angebot pro Aktie steht noch aus, soll aber nach der Hauptversammlung am 8. August veröffentlicht werden. Bestimmender Mann hinter Redline ist der russische Milliardär Vladimir Evtushenkov. Zudem ist Sergey Skaterschikov, Herausgeber des Skate's Art Investment Handbook, involviert.
Das Papier springt nach dieser Meldung wieder über die 6-Euro-Marke und hat damit seit dem Tief im April 100 Prozent zugelegt. Gut möglich, dass der Aufwärtstrend anhält. Die Übernahme ist ganz offensichtlich "feindlich" beziehungsweise nicht mit dem aktuellen Management abgesprochen. Der Kampf um Aktienanteile dürfte daher anhalten.
Erst vor kurzem hatte der neue Artnet CEO Jacob Pabst ein Kostensparpaket verabschiedet. Pabst ist Sohn des bisherigen Vorstandschef Hans Neuendorf und soll nach dem Willen der neu aufgetauchten Aktionäre offenbar ausgetauscht werden. Beteiligt hatte sich unter anderem die Weng Fine Art AG mit "vorerst" vier Prozent. Deren CEO Rüdiger Weng teilte dem AKTIONÄR mit: "Bei Artnet wird sich demnächst sicherlich einiges verändern (müssen)." Dem russischen Multi-Milliardär Vladimir Evtushenkov sind seit dem 29. Mai rund 7,3 Prozent der Anteile zuzurechnen.

Gewinne laufen lassen!
Die AKTIONÄR-Empfehlung (siehe auch: "Börsenstar oder Irrenhaus?") ist seit April stark gestiegen. Aufgrund der sich anbahnenden Übernahmeschlacht können mutige Anleger weiterhin einsteigen. Investierte Anleger ziehen den Stopp nach und lassen die Gewinne laufen. Der strategische Wert des führenden Portals für Kunstdaten darf auch aufgrund des neuen Bereichs Online-Auktionen nicht unterschätzt werden.
Der Autor dieses Artikels, Florian Söllner, hat dem DAF ein Interview zum Thema Artnet gegeben.
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