Thomas Bergmann
Der Transportunternehmer Klaus-Michael Kühne und die Stadt Hamburg wollen einem Bericht vom Wochenende zufolge die restlichen Anteile an der TUI-Tochter Hapag-Lloyd übernehmen. Die TUI-Aktie selbst droht langsam zu überhitzen.
Gegenüber der Welt hat Milliardär Kühne geäußert: "Der Prozess ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber die Würfel sind gefallen." Die Stadt Hamburg und der Transportunternehmer, die bereits über das Albert Ballin Konsortium die Mehrheit an der Reederei halten, wollen die restlichen rund 33 Prozent der Anteile erwerben.
Kaufpreis unbekannt
Kühne selbst hält etwa 25 Prozent, die Stadt Hamburg circa 24 Prozent der Anteile. Wie hoch der Kaufpreis sein wird, darüber wurde bislang nichts bekannt. Fakt ist, dass TUI die Schifffahrtstochter mit 1,2 Milliarden Euro in den Büchern stehen hat. Der Touristikkonzern selbst bringt einen Marktwert von rund 1,5 Milliarden Euro auf die Waage.
Heiß gelaufen
Die TUI-Aktie konnte am Freitag noch einmal kräftig zulegen und um knapp sechs Prozent auf 6,42 Euro steigen. Damit hat sich der MDAX-Wert seit Mitte Dezember letzten Jahres mehr als verdoppelt.
Zur Vorsicht mahnen zurzeit die technischen Indikatoren. Der Relative-Stärke-Index (RSI) bewegt sich nicht seiner oberen Extremzone und deutet an, dass die Aktie massiv überkauft ist. Außerdem hat der Indikator eine negative Divergenz ausgebildet. Auch der MACD dürfte bald Höhenangst bekommen.

Gewinne mitnehmen
Getreu dem Motto "Buy the rumors, sell the facts" sollten Anleger bei TUI einmal ein paar Gewinne mitnehmen. Zumindest die Hälfte der Position darf ruhig abgegeben werden. Möglicherweise ergibt sich noch einmal eine Kaufgelegenheit, wenn die endgültigen Fakten zur Transaktion feststehen.