Dominik Schertel
Das Pharmaunternehmen Celesio übernimmt den belgischen Logistikdienstleister Dirk Raes und die Mehrheit an der pharmexx Gmbh. Gleichzeitig musste Celesio aber Umsatz- und Ertragseinbußen im vergangenen Geschäftsjahr verbuchen.
Das Pharmaunternehmen Celesio übernimmt den belgischen Logistikdienstleister Dirk Raes und die Mehrheit an der pharmexx Gmbh. Gleichzeitig musste Celesio aber Umsatz- und Ertragseinbußen im vergangenen Geschäftsjahr verbuchen.
Das Stuttgarter Unternehmen Celesio, ein führender Handels- und Dienstleistungskonzern im Pharmamarkt, baut seine internationale Stellung weiter aus. So wurde bekannt, dass die Firma seine bisherigen Anteile an der pharmexx GmbH, einem Personal- und Marketingdienstleister für die Pharmaindustrie, von 30 Prozent auf 65 Prozent ausbauen will. Die GmbH aus Hirschberg beschäftigt weltweit 5.500 Mitarbeiter und ist in 26 Ländern vertreten. Im vergangenen Geschäftsjahr konnte pharmexx nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 269 Millionen Euro erzielen. Die Mehrheitsübernahme durch Celesio steht noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die Kartellbehörde.
Auch das belgische Unternehmen Dirk Raes wird von Celesio übernommen. Durch die Akquisition des Logistikdienstleister für Pharmahersteller tritt die Celesio-Tochter Movianto in den Benelux-Ländern in den Markt der Kühlkettenlogistik für Arzneimittel ein. Dirk Raes ist Markführer in seinem Bereich und beschäftigt aktuell 65 Mitarbeiter.
Vorstand für Manufacturer Solutions Wolfgang Mähr sieht in den Übernahmen von Dirk Raes und pharmexx weitere Meilensteine für die Internationalisierung des Geschäftsbereichs und für die Flächendeckung von Movianto in Europa.
Rückläufige Zahlen
Wie bereits erwartet ist das Ergebnis von Celesio im vergangenen Geschäftsjahr zurückgegangen. Demnach schrumpften der Umsatz um 2,3 Prozent auf 21,83 Milliarden Euro und der bereinigte Jahresüberschuss um 38,3 Prozent auf 268,5 Millionen Euro. Der Rückgang der Zahlen ist in erster Linie auf die massiven Preiskürzungen zum 1. Oktober 2007 in Großbritannien zurückzuführen. Den Aktionären soll auf der Hauptversammlung am 8. Mai 2009 eine Dividende je Aktie von 0,48 Euro vorgeschlagen werden. Der Vorstand von Celesio gibt sich für das laufende Geschäftsjahr relativ optimistisch. Jedoch verzichtet die Konzernspitze angesichts der Unsicherheiten zum jetzigen Zeitpunkt auf eine konkrete Prognose.

Ausgliederung der IT-Infrastruktur
Die Stuttgarter werden ihre IT-Services ausgliedern. In den kommenden sieben Jahren wird der Technologiekonzern HP die europaweite IT-Infrastruktur für Celesio betreiben. Im Zuge der sinkenden Betriebskosten sollen dann neue Ressourcen für Investitionen freigesetzt werden. Laut Vorstand Dr. Christian Holzherr verspricht man sich von der Zusammenarbeit mit HP Synergieeffekte in Höhe von insgesamt 200 Millionen Euro.
Langfristiger Kauf
Auch die Pharmaindustrie blieb nicht von der Finanzkrise verschont, so büßte das Papier im letzen halben Jahr über 50 Prozent seines Wertes ein und steht nun bei rund 14 Euro. Die aktuellen Meldungen quittierte die Aktie heute Vormittag mit deutlichen Kursabschlägen. Dennoch sind die Übernahmen von Celesio vielversprechend für den weiteren Geschäftsverlauf. DER AKTIONÄR hält das Papier mittel- bis langfristig für aussichtsreich. Auf dem aktuellen Niveau können erste Käufe getätigt werden, jedoch sollte der Einstieg mit einem Stopp bei 13,30 Euro abgesichert werden.