Norbert Sesselmann
Auch wenn die Einführung von E10 in Deutschland mit Problemen behaftet ist – Cropenergies verdient prächtig mit Biokraftstoffen. Der Konzern hat den Quartalsgewinn verzehnfacht. Die Reaktion folgte prompt: Ein Kursanstieg von über fünf Prozent im gestrigen Handel.
E10 ist bei Autofahrern zwar nicht sonderlich beliebt. Bei Cropenergies lässt der neue Kraftstoff aber die Kassen klingen. Unter dem Strich blieben dem Mannheimer Konzern 9,7 Millionen Euro übrig - zehn mal mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg im Zeitraum von März bis Mai um 41 Prozent auf 132 Millionen Euro.
Zuversichtliches Management
Für die weitere Geschäftsentwicklung zeigt sich Cropenergies optimistisch. Bereits Ende Juni hatte das Unternehmen seine Prognose erhöht. Konkret erwartet das Management einen Umsatz zwischen 520 und 570 Millionen Euro, bei einer operativen Marge von rund zehn Prozent.
Zuversichtliche Analysten
Die Experten sehen durchaus Potenzial für die Aktie. Montega sieht den fairen Wert bei 6,20 Euro. Der Gewinn wird sich in diesem Jahr im Bereich von 0,33 Euro einpendeln. Daraus errechnet sich eine KGV von 18. Für 2012 sinkt das Gewinnvielfache auf 13. Aufgrund der hohen Wachstumsraten ist dies nicht teuer.

Nichts für zittrige Hände
Die Internationale Energieagentur rechnet damit, dass in den nächsten 30 Jahren der Anteil der Biokraftstoffe am Kraftstoffverbrauch auf bis zu 27 Prozent steigen könnte. Heute beträgt der Anteil gerade mal 5,8 Prozent. Langfristig ist daher hohes Potenzial für die Aktie erkennbar. Nervenstark sollten Anleger dennoch bei der Aktie sein. Nachdem das Papier in der zweiten Jahreshälfte 2010 einen 110-Prozent-Spurt hingelegt hatte, korrigierte die Aktie zu Beginn des Jahres um 30 Prozent. Mittlerweile hat die Aktie wieder den Vorwärtsgang eingelegt. Das alte Zwischenhoch bei 6,50 Euro dürfte bald wieder in Angriff genommen werden. Risikobewusste Anleger greifen zu und sichern die Position bei 4,90 Euro ab.