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Centrotherm-Aktionäre zittern: Aktie im Chart Check

Florian Söllner

Trotz der Jahresendrallye im deutschen Markt: Die Solarkrise ist noch nicht vorbei. Das spürt auch der Maschinenbauer Centrotherm. Die Aktie rutscht am Montag spürbar ab – der Rebound scheint vorbei.

Deutschland wartet auf die heranziehende Russenkälte - und die Solarbranche zittert vor einer anstehenden weiteren Förderkürzung. Trotz des überraschend großen Zubaus im Dezember sind die Lager der Modulhersteller noch voll und der Bedarf an neuen Solar-Fabriken und -Maschinen weiterhin gering. Ein Brancheninsider bestätigte dem AKTIONÄR heute: "Es wird ein sehr, sehr sportliches Jahr für den Sektor." Centrotherm hatte auf dieses Umfeld bereits Mitte Januar mit vereinzelten Kündigungen reagiert. "Wir sind in einem turbulenten Marktumfeld mit einem starken Auftragseinbruch", wurde die Entscheidung von Centrotherm kommentiert.

Centrotherm ist Technologie- und Marktführer und beliefert vor allem Premiumhersteller wie Trina und Yingli. Die Bilanz ist vergleichsweise stark. Dennoch ist auch hier die Krise längst angekommen. Finanzvorstand Dr. Thomas Riegler sagte dem AKTIONÄR bereits im November: "Man kann nicht sagen, wie das nächste Jahr verlaufen wird. Zum jetzigen Zeitpunkt möchte ich keine Aussage treffen, ob und wie viel Gewinn wir erzielen." Dennoch zeigen sich die Analysten im Schnitt weiterhin relativ optimistisch: Der Konsensus liegt für 2012 bei einem Umsatz in Höhe von 540 Millionen Euro und einem Nettogewinn von 22 Millionen Euro. Damit läge das KGV der mit 250 Millionen Euro bewerteten Solarfirma bei 12.

Rebound vorbei

Doch die Börse bleibt skeptisch. Insbesondere bei der in weniger als vier Wochen anstehenden Vorlage der vorläufigen Zahlen für 2011 dürften positive Überraschungen ausbleiben. Für ein Langfrist-Investment ist es daher zu früh - erst sollte ein offizieller Ausblick der Firma auf das Jahr 2012 oder eine politische Entscheidung in der Förder-Frage abgewartet werden.

Die Trading-Empfehlung vom 12. Januar war kurzfristig aufgegangen. Doch spätestens mit dem heutigen Handelstag scheint die jüngste Erholungsbewegung eingefroren - zumal das Ziel mit knapp 14 Euro schon erreicht und anschließend die 90-Tage-Linie wieder unterschritten wurde. Nun droht ein Rücksetzer auf die 38-Tage-Linie bei elf Euro. Spätestens bei zehn Euro dürfte sich das Papier jedoch wieder stabilisieren.

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