Florian Söllner
Vergleichen lohnt sich. Nicht nur beim Buchen von Urlaubsreisen, sondern auch beim Kauf von Aktien. So zeigt sich, dass die deutsche Mutter von HolidayCheck deutlich günstiger bewertet ist als der Konkurrent TripAdvisor.
Während die Börsengänge von Zynga oder Groupon bisher enttäuschend verlaufen, zeigt TripAdvisor, dass es auch anders geht. Seit der Erstnotiz des Spin-Off von Expedia am 7. Dezember liegt das Paper deutlich im Plus. Den Anlegern gefällt das margenstarke Geschäftsmodell: TripAdvisor betreibt weltweit Portale auf denen sich Urlauber über ihre Reisen austauschen können. Aufgrund des großen Fundus an Hotelbewertungen buchen viele direkt über TripAdvisor. Derzeit tummeln sich monatlich rund 55 Millionen User auf den Internetseiten der US-Amerikaner. Analysten rechnen 2012 mit einem EBITDA von 334 Millionen Euro, das KGV liegt bei 20.
Direkter Konkurrent von TripdAdvisor ist HolidayCheck. Dieses Portal erfreut sich vor allem im deutschsprachigen Raum großer Beliebtheit. Glücklicher 95-Prozent-Eigentümer ist die TomorrowFocus AG. Und Firmenchef Stefan Winners hat noch viel vor mit seiner wichtigsten Tochter. Wie er in einem DAF-Interview sagte, werden die Werbeausgaben 2012 massiv erhöht. Schließlich hat der Konkurrent Unister Group (Reisen.de und Travel24) in den ersten neun Monaten 2011 für 45 Millionen Werbung geschaltet, die TripAdvisor-Mutter Expedia für acht Millionen Euro und HolidayCheck gerade einmal für fünf Millionen Euro.
Peer-Group-Vergleich
Wo geht die Reise der beiden Aktien hin? TripAdvisor bringt mittlerweile bereits eine Marktkapitalisierung von 2,7 Milliarden Euro auf die Waage. Das 2012er-KGV liegt bei 20. Die Luft wird hier dünner. Günstiger gibt es HolidayCheck über den Kauf der TomorrowFocus AG. Diese hat derzeit eine Marktkapitalisierung von 170 Millionen Euro und ein KGV von 14. Auch die Bewertung der Firmen pro Unique-User spricht für die Münchner. Während ein Besucher der TripAdvisor-Seite 49 Euro wert sein soll, liegt die Bewertung bei TomorrowFocus/HolidayCheck gerade einmal bei 27 Euro.

Das TripAdvisor-Listing könnte der Weckruf für die eingeschlafene Tomorrow-Focus-Aktie werden. Anleger, die einen engen Stoppkurs setzen, sollten auf ein Comeback des Papiers im Jahr 2012 setzen. Spätestens wenn die 38-Tage-Linie und der Widerstand bei 3,80 Euro genommen wird, sind deutlich höhere Kurse möglich.