Trading-Tipp Alphafom: Comeback als Weltmeister
Die Alphaform AG (WKN 548 795) steht vor dem Turnaround und startet in eine neue Ära mit einem Formel-1-Titel. Doch die Zukunft der Münchener liegt neben der Rennstrecke. Mit anziehenden Umsätzen kann der Hot Stock heute bereits zulegen. Ein Geheimtipp für risikobereite Anleger.
Mit einem spannenden Rennen sicherte sich Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel vor kurzem im letzten Formel-1-Rennen der Saison in Abu Dhabi den Weltmeistertitel. Abgesehen von den herausragenden Fahrleistungen ist ein wichtiger Erfolgsfaktor die Technik der Red-Bull-Flitzer. Einen kleinen Anteil daran hat auch die Münchener Alphaform AG. Die englische Tochter des Spezialisten für Rapid-Prototyping und Kleinserien hat den Weltmeisterrennstall als Kunden. Das Formel-1-Geschäft ist jedoch nur noch ein kleines Zubrot mit einem Umsatzanteil von rund zwei Millionen Euro im Jahr. Das erfolgreiche Comeback ist vielmehr dem Medizintechnikgeschäft zu verdanken.
Perle zugekauft
Bereits Ende 2008 hat sich Alphaform mit dem Kauf von Medimet im Medizintechniksektor, speziell im Orthopädiebereich positioniert. Kurzfristig Früchte daraus zu ernten war nicht möglich, denn die Integration wurde erschwert, nachdem sich just zur gleichen Zeit BMW Sauber und Toyota aus der Formel 1 verabschiedet haben. Der dadurch entstandene Umsatzeinbruch - der Anteil lag bei rund 20 Prozent - konnte nicht so schnell verdaut werden. Unabhängig davon steht Alphaform zusammen mit Medimet auf solideren Füßen. "Dadurch sind wir stärker in einem mittelfristig planbaren Geschäft positioniert", erklärt Alphaform-Chef Dr. Thomas Vetter im Gespräch mit dem AKTIONÄR. Medimet macht etwa 90 Prozent mit Serienprodukten, bei denen die Aufträge in der Regel über mehrere Jahre laufen. Das schwer planbare Prototyping-Geschäft unter anderem im Automobilbereich rückt in den Hintergrund, auch wenn es dank der guten Branchenentwicklung derzeit gut läuft.
Auftragsstau löst sich auf
Bei Medimet hat sich in den letzten Monaten ein Auftragsstau gebildet, weil Medimet in den letzten zwölf bis 15 Monaten viele Aufträge an Land ziehen konnte und es bei der Fabrik in Eschenlohe Verzögerungen bei der Validierung und Produktdokumentation nach dem im März in Kraft getretenen Medizinproduktegesetz gab. Dieser Stau wird in den nächsten Monaten abgearbeitet und dürfte Alphaform erfreuliche Zahlen bescheren, zumal für Medimet 2010 letztmals Abschreibungen anfallen, was das Zahlenwerk ab 2011 um 0,8 Millionen Euro entlastet.
Umsatz- und Gewinnschätzungen bis 2012:
|
|
2007 |
2008 |
2009 |
2010 |
2011e |
2012e |
|
Umsatz |
22,0 |
21,4 |
19,4 |
20,0 |
21,1 |
22,3 |
|
Gewinn/Aktie |
0,42 |
-0,12 |
-0,71 |
-0,20 |
0,16 |
0,23 |
Mittelfristig hält Vetter im Medizintechnikbereich EBITDA-Margen von bis zu 20 Prozent realistisch. "17 Prozent wollen wir auf jeden Fall erreichen", so der CEO. Damit wäre Alphaform mit der neuen Struktur besser unterwegs als in den "alten" Zeiten, als die Firma in guten Jahren deutlich über 0,40 Euro je Aktie verdient hat.

Vom Siegertreppchen ins Depot
Bei Alphaform stehen die Zeichen auf Turnaround. Die Aktie (aktueller Kurs 1,55 Euro) ist noch am Boden und fast unentdeckt - ein Geheimfavorit für 2011. Heute ziehen bereits die Umsätze an, ein untrügliches Zeichen, dass erste Anleger nach den vor Kurzem veröffentlichten Zahlen schon auf die Firma aufmerksam geworden sind. In Kürze dürfte auch ein aktueller Research-Bericht erscheinen. Mittelfristig ist ein Anstieg bis zum horizontalen Widerstand bei 2,20 Euro realistisch. Beim Einstieg unbedingt mit Limit bis maximal 1,60 Euro arbeiten - der Titel ist sehr markteng. Stopp bei 1,20 Euro setzen!
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