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Tognum: Niemand will verkaufen!

Thomas Bergmann

Das Übernahmeangebot für den Motorenhersteller Tognum läuft sehr schleppend. Um dem Ziel der Kontrolle nahe zu kommen, müssen Daimler und Rolls-Royce höchstwahrscheinlich nachlegen. Daimler dementiert - noch.

Daimler und Rolls-Royce kommen mit der Übernahme des Motorenherstellers Tognum nur schleppend voran. Seit Beginn der Angebotsfrist vor wenigen Tagen sind nur wenige Stücke angedient worden, so die beiden Bieter am Mittwoch. Wer das Angebot bis zum 18. Mai annimmt, erhält 24 Euro pro Anteil. Daimler und Rolls-Royce wollen mindestens 50 Prozent plus eine Aktie, werden aber nachlegen müssen, wollen sie dieses Ziel auch erreichen.

Nach Auskunft der beiden Bieter hätten sie bislang 28,43 Prozent des Aktienkapitals angeboten bekommen. 28,4 Prozent stammen aber bereits aus dem Besitz von Daimler. Die Nachricht kommt nicht überraschend, ist doch von den größeren Anteilseignern niemand bereit, zu diesem Kurs zu verkaufen. Auch die Kleinanleger werden bei aktuellen Marktpreisen um 26 Euro nicht gewillt sein, ihre Stücke schnell loszuwerden.

Mindestens 30 Euro

Großaktionär ING, der neun Prozent an Tognum hält, hat in einem Brief an den Vorstand der Friedrichshafener einen Kaufpreis von mindestens 30 bis 32 Euro je Aktie gefordert. Auch dem Tognum-Vorstand um den scheidenden Vorstandsvorsitzenden Volker Heuer, der gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Führungsgremiums 5,3 Prozent der Anteile hält, sei der Preis von 24 Euro zu niedrig.

Von Tognum in Auftrag gegebene Bewertungsgutachten werden den Großaktionären daher nicht schmecken. Laut Insidern kämen die Gutachten von Deutscher Bank und Lazard auf einen Korridor für einen gerechtfertigten Preis von 25 bis 29 Euro. Am kommenden Freitag soll sich der Tognum-Aufsichtsrat mit den Gutachten und dem Angebot befassen. Anschließend wird mit einem Statement von Vorstand und Aufsichtsrat gerechnet.

Daimler will nicht

Laut Daimler wird es keine Erhöhung des Angebots geben. Das Unternehmen möchte auch nicht zu viel in den bisherigen Verlauf des Übernahmeangebots hineininterpretieren.

Zwei Alternativen

Es darf stark bezweifelt werden, dass Daimler und Rolls-Royce beim aktuellen Angebot die Mehrheit an Tognum gewinnen. DER AKTIONÄR hatte schon früher berichtet, dass die Bieter aufstocken werden müssen, um dieses Ziel zu erreichen. Natürlich könnten Daimler und Rolls-Royce die Übernahme noch abblasen, die Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario liegt aber eher im Bereich von 10 bis 20 Prozent.

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