Thomas Bergmann
Bekommen Daimler und Rolls-Royce doch kalte Füße? Am Wochenende haben die beiden Konzerne ihr Übenahmeangebot für den Motorenhersteller Tognum erhöht. Doch die Offerte dürfte weitestgehend auf taube Ohren stoßen.
Bislang hatten sich Daimler und Rolls-Royce geweigert, auf die Forderungen der institutionellen Anleger einzugehen und das Übernahmeangebot für Tognum zu erhöhen. Mittlerweile hat jedoch ein Umdenken eingesetzt. Die beiden Großkonzerne erhöhten am Wochenende die Offerte von 24 auf 26 Euro.
Aus unternehmensnahen Kreisen hieß es, dass am Sonntag die neuen Unterlagen beim Dieselmotorenhersteller in Friedrichshafen eingegangen sind. Daimler und Rolls-Royce wollten mit dem angepassten Angebot in letzter Minute verhindern, dass der Deal platzt, so die Meinung im Markt.
Zu niedrig
Ob die beiden Bieter mit der Offerte erfolgreich sein werden, muss bezweifelt werden. Bereits beim ersten Angebot von 24 Euro hatten größere Investoren dies als viel zu niedrig eingestuft. Ab 30 Euro sei man bereit zu verhandeln, so die Aussage.
Zumindest scheint die Aktie mit der neuen Offerte gut nach unten abgesichert. Allerdings steigt die Gefahr, dass der Deal nicht zustande kommt. Sollte der Übernahmeversuch scheitern, dürfte die Aktie zunächst einmal massiv unter Druck kommen.

Patt-Situation
Die neue Offerte von Daimler und Rolls-Royce dürfte nicht viel an der aktuellen Situation ändern. Die institutionellen Investoren werden auf mehr Geld pochen. Es ist daher nicht auszuschließen, dass der Deal noch platzt. Anleger sollten wachsam sein und Bestände etwas reduzieren.